Tiere an Bord: Von Schwarzen Witwen bis zum "unsinkbaren Sam"
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Schwarze Witwe
Bremerhaven (epd).

Hund, Katze und Spinne auf großer Reise - als Begleiter als Ware oder als blinde Passagiere: Davon erzählt die Ausstellung „Tiere an Bord“ im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Alle Tiergeschichten der Schau seien mit realen Schiffen verbunden, erläuterte Kuratorin Marleen von Bargen: „Da ist zum Beispiel die Schiffshündin 'Whisky', die an Bord des Segelschulschiffs 'Gorch Fock' die Meere befuhr.“

Die Foxterrier-Dame war in den 1960er- und 1970er-Jahren der berühmteste Bordhund der Deutschen Marine und trug als Maskottchen der Besatzung den offiziellen Rang eines Hauptgefreiten. Die Ausstellung wird am Donnerstag mit einem Familienfest eröffnet. Der Eintritt ist an diesem Tag nach Museumsangaben frei.

Eine unsinkbare Katze

Während „Whisky“ nachweislich den Schiffsalltag belebt hat, ist der Kater „Oskar“ nach von Bargens Einschätzung „wohl eher ein Mythos“. Er soll der Erzählung nach im Zweiten Weltkrieg an Bord des deutschen Schlachtschiffs „Bismarck“ gelebt haben, berichtete die Kuratorin. Nachdem die britische Marine das Schiff am 27. Mai 1941 versenkt habe, sei der Kater von Matrosen gerettet worden und auf britischen Schiffen weitergefahren. Angeblich habe das Tier mehrere Versenkungen durch deutsche U-Boote überlebt und erhielt dafür den Namen „unsinkable Sam“ - also „unsinkbarer Sam“.

Neben derartigen Überlebenskünstlern geht es von Bargen zufolge in der Ausstellung auch um Tiere, die als Waren die Meere überquerten. Erzählt werde unter anderem die Leidensgeschichte des ersten Gorillas, der lebend per Schiff im Jahr 1876 nach Europa transportiert wurde.

Heißhunger auf Holz

„Richtig spannend“ findet die Kuratorin einen Ausstellungsbereich über blinde Passagiere - also Tiere, die sich niemand an Bord wünsche. „Beispielsweise Ratten, die sind ja als ungebetene Gäste bekannt“, sagt von Bargen. Doch es gibt auch ungewöhnlichere tierische Mitreisende. So seien 2024 beim Entladen eines Frachters in Bremerhaven Schwarze Witwen, besonders gefährliche Giftspinnen, entdeckt worden, weiß von Bargen zu berichten. Zwei Monate lang musste eine Spezialfirma das Schiff nach den gefährlichen Tieren durchforsten und es gründlich reinigen, ehe es wieder auslaufen durfte.

Ein anderer lästiger Passagier sei der Schiffsbohrwurm, der eigentlich eine Muschel ist. Schon der große Seefahrer und Entdecker Christoph Kolumbus habe den dünnen, aber 20 bis 30 Zentimeter langen Schädling bekämpfen müssen, sagt die Ausstellungsmacherin. Angesicht der Holzbauweise damaliger Schiffe und der Ernährungsvorlieben des Schiffsbohrwurms - er höhlt Hölzer von innen aus - dürfte es ein überlebenswichtiger Kampf gewesen sein.

Spinnen-Suchraum für unerschrockene Kinder

Begleitet wird die Ausstellung den Angaben zufolge von zahlreichen digitalen und analogen Mitmach-Stationen sowie Exponaten aus der Sammlung des Hauses. Unter anderem gebe es einen „Spinnensuchraum“, in dem Kinder nach den Verstecken der achtbeinigen Quälgeister suchen können, schwämt von Bargen. Die Ausstellung läuft bis zum Mai 2027.

Von Jörg Nielsen (epd)