Landesschülerrat unterstützt neues Modell für Religionsunterricht
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Religionsunterricht
Hannover (epd).

Angesichts von Kritik in den Medien hat sich der niedersächsische Landesschülerrat hinter den geplanten gemeinsamen christlichen Religionsunterricht gestellt, der 2026 landesweit eingeführt werden soll. „Dieses Modell ist das Ergebnis eines jahrelangen, verantwortungsvoll geführten ökumenischen Prozesses und stellt aus unserer Sicht einen wichtigen Schritt für einen zeitgemäßen Religionsunterricht dar“, erklärte der Schülerrat am Mittwoch in Hannover. Das Fach stärke die christlichen Grundlagen, bleibe klar bekenntnisgebunden und berücksichtige gleichzeitig die religiöse Vielfalt, die den Alltag vieler Schülerinnen und Schüler präge.

Der Schülerrat reagierte damit auf Berichte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und in der „Bild“-Zeitung. Darin wurde bemängelt, dass Jesus Christus in den Lehrplan-Entwürfen deutlich zu kurz komme. Nur fünf von rund 130 Themen hätten unmittelbar mit Jesus zu tun. Stattdessen sei unter anderem von der Scharia und den UN-Klimazielen die Rede. Kritisch äußerte sich etwa laut „Bild“ der evangelische Religionspädagogik-Professor Andreas Kubik-Boltres von der Universität Osnabrück.

Der Landesschülerrat sprach in seiner Stellungnahme von verzerrten Darstellungen und zugespitzten Behauptungen: „Wer dieses sorgfältig entwickelte Modell mit Schlagworten diskreditiert, trägt nicht zu einer sachlichen Diskussion bei und gefährdet ein Projekt, das bundesweit Maßstäbe setzt.“

Gemeinsamer Unterricht geplant

Das neue Fach „Christliche Religion“ soll an die Stelle der bisherigen Unterrichtsfächer evangelische und katholische Religion treten. Ab August 2026 sollen evangelische und katholische Schüler der Klassen 1 bis 10 gemeinsam in Religion unterrichtet werden, statt wie bisher zumeist getrennt. Das Fach ist offen für weitere Interessierte, die keiner Kirche angehören.

Unterdessen wurde weitere Kritik von katholischen Religionslehrkräften laut. Angesichts der Lehrpläne stelle sich die Frage, ob es sich eigentlich noch um Religionsunterricht handele oder eher um ein Fach wie „Werte und Normen“, erklärte der Verband der katholischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer an Gymnasien im Bistum Hildesheim in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch).