Terre des Hommes verzeichnet sinkende Spendeneinnahmen
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Terre des Hommes verzeichnet sinkende Spendeneinnahmen
Osnabrück (epd).

Die Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes hat im vergangenen Jahr Einbußen bei ihren Einnahmen hinnehmen müssen. Ein Ertragsergebnis von rund 47,8 Millionen Euro bedeutete in der Endabrechnung einen Rückgang um etwa 4 Millionen Euro, sagte Vorstandssprecher Joshua Hofert am Dienstag in Osnabrück.

Zwar habe das Hilfswerk mit rund 27,6 Millionen Euro das drittbeste Spendenergebnis seiner Geschichte erzielt - im Vergleich zum Vorjahr gingen die Spenden jedoch zurück. 2024 gingen noch 30,9 Millionen Euro an Spenden ein. Die Kofinanzierungen aus öffentlichen Mitteln sanken im selben Zeitraum von 19,5 Millionen auf 17,6 Millionen Euro.

Rotstift kreist bei Entwicklungsarbeit

Hofert bewertete das Ergebnis als solide, kritisierte aber den Trend, den Rotstift bei der Entwicklungszusammenarbeit und den Mitteln für die humanitäre Hilfe anzusetzen. „Wer heute spart, zahlt am Ende mehr“, betonte der Vorstandssprecher etwa mit Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels. Wider besseres Wissen würden zurzeit weltweit Strukturen abgebaut, die zur Prävention von Krisen dienten. „Das ist schon arg leichtsinnig.“

Die Kinderrechtsorganisation verzeichne mehr Konflikte und Krisen in der Welt sowie mehr Kinder und Jugendliche, die dringend Unterstützung benötigten, sagte Hofert. „Zugleich haben wir immer weniger Geld für die Projektarbeit.“ Es sei nicht auszuschließen, dass Terre des Hommes sein Engagement perspektivisch zurückfahren müsse. „Als Organisation stemmen wir uns den Negativtrends in der Entwicklungsfinanzierung bisher erfolgreich entgegen. Aber die Realität ist: Der Bedarf wächst schneller als unsere Möglichkeiten.“

Politische Korrekturen gefordert

Vor diesem Hintergrund forderte Terre des Hommes eine politische Kurskorrektur. Sowohl die Entwicklungszusammenarbeit als auch die humanitäre Hilfe müssten durch mehrjährige Finanzierungen abgesichert werden, mahnte Hofert. Gerade in einer Zeit wachsender globaler Krisen dürfe internationale Verantwortung nicht weiter zurückgefahren werden. „Das Wohl von Kindern darf nicht zur Verfügungsmasse kurzfristiger Haushaltspolitik werden.“

Das Hilfswerk hat der Jahresbilanz zufolge im vergangenen Jahr insgesamt 396 Projekte mit 40,7 Millionen Euro gefördert. Im Vorjahr waren es noch 416 Projekte, die mit 46 Millionen Euro unterstützt wurden. Das Geld kam in beiden Jahren Kindern in 47 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika, Europa und dem Nahen Osten zugute. Im Fokus standen insbesondere Projekte zu Bildung und Ausbildung, Unterstützung für Kinder auf der Flucht sowie das Recht auf eine gesunde Umwelt.

Copyright: epd-bild / Stefan Michael Grey

Von Björn Schlüter (epd)