Michael Roth: Wie ein Zirkuspferd in der Manege
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Michael Roth: Wie ein Zirkuspferd in der Manege
Der SPD-Politiker über seine Depressionen und die Härte der Politik

Der langjährige SPD-Außenpolitiker Michael Roth zieht nach 27 Jahren in der Bundespolitik und seinem Rückzug im vergangenen Jahr eine Bilanz. Nach seiner Depressionserkrankung fordert er mehr Menschlichkeit im Politikbetrieb.

Bückeburg, Bad Hersfeld (epd). Als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses stand Michael Roth in der ersten Reihe der deutschen Außenpolitik. Doch nur wenige wussten, dass der SPD-Politiker unter einer psychischen Erkrankung litt. Nach 27 Jahren im Bundestag, darunter acht Jahre als Staatsminister für Europa, zog sich Roth im vergangenen Jahr aus der Politik zurück. In seinem Buch „Zonen der Angst“ zieht er eine kritische Bilanz. Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) blickte der Nordhesse auf die Unerbittlichkeit des Politikbetriebs und seinen Umgang mit der Krankheit. Roth, der in Heringen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg geboren wurde, äußerte sich vor dem Jahresempfang der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe am Donnerstag im niedersächsischen Bückeburg. Dort sollte der 56-Jährige am Abend sprechen.

epd: Herr Roth, wann haben Sie bemerkt, dass Sie an einer Depression erkrankt sein könnten?

Michael Roth: Wie bei vielen psychisch Erkrankten kam die Erkenntnis bei mir sehr spät. Man gesteht sich das nicht leicht ein und führt Überlastungen zunächst auf Stress zurück. Das ist der gefährliche Unterschied zu körperlichen Erkrankungen: Wenn Sie sich das Bein brechen, wissen Sie sofort, was zu tun ist. Bei einer psychischen Erkrankung ist das ganz anders.

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www.michaelroth.eu

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