Evangelischer Preis für Schayani und Doku über Transgender-Aktivistin
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Isabel Schayani mit der Plakette des Preises
Mainz (epd).

Acht Medienproduktionen sind mit dem Robert Geisendörfer Preis der evangelischen Kirche ausgezeichnet worden. ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke sagte am 16. September bei der Preisverleihung in Mainz, die Gesellschaft brauche solche Geschichten wie die ausgezeichneten. Die Produktionen gäben Menschen einen Raum, die Gewalt erlebt hätten oder um ihrer Identität kämpfen mussten.

Der undotierte Sonderpreis ging an die WDR-Journalistin Isabel Schayani. Laudator Torsten Körner nannte sie eine „Menschenfischerin und Menschenfreundin“. Schayani erkläre dem Fernsehpublikum die Welt in einem Menschen. Sie stifte Zusammenhalt und sei Anwältin einer differenzierenden Erzählung.

Preis für „I Am What I Am - Stolz, eine Frau zu sein“

Unter den weiteren Preisträgern sind die Macher des Dokumentarfilms „I Am What I Am - Stolz, eine Frau zu sein“ (NDR/Arte) über die israelische Transgender-Aktivistin Efrat Tilma. Sagi Bornstein und Udi Nir hätten ihre Protagonistin aus großer Nähe porträtiert, „ohne sie zur Heldin oder zum Symbol zu machen“, erklärte die Jury.

In der Sparte Fernsehfilm wurde die Gemeinschaftsproduktion „Sturm kommt auf“ (ZDF/ORF) ausgezeichnet, die den Aufstieg der Nationalsozialisten in einem oberbayerischen Dorf nachzeichnet und die ein „eindringliches Lehrstück für Gegenwart und Zukunft“ geworden sei. Den Preis teilen sich die Schauspieler Josef Hader und Sigi Zimmerschied, Autorin Hannah Hollinger und Regisseur Matti Geschonneck. Dieser sagte bei der Preisverleihung, der Film erzähle eine Geschichte über Deutschland in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts und zugleich über heute. Er sei während der Arbeit an ihm „immer aktueller und realistischer“ geworden

Trickfilmserie und „Sendung mit der Maus“-Ausgabe ausgezeichnet

Weitere Preise gingen an die Macher des Dokumentarhörspiels „Auch wenn es dunkel ist“ (RBB) über Opfer des Hamas-Angriffs auf Israel vom Oktober 2023 und des Hörspiels „Für immer seh ich dich wieder“ (NDR), das sich mit der Trauer um tot geborene Kinder befasst und auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Yannic Han Biao Federer basiert.

In der Sparte Online wurden der „Zeit.de“-Podcast „Irma. Das Kind aus Srebrenica“ von Bastian Berbner und Simone Gaul und die Tiktok-Serie „OldieFans“ (SWR) ausgezeichnet. Die Jury „Kindermedien“ verlieh weitere Preise für eine Ausgabe der „Sendung mit der Maus“ (WDR) über den in Auschwitz ermordeten Maler Felix Nussbaum und für die Trickfilmserie „Lenas Hof“ (ZDF).

Die Auszeichnungen sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Der Geisendörfer-Preis wird seit 1983 jährlich im Gedenken an den evangelischen Pfarrer und Publizisten Robert Geisendörfer (1910-1976) verliehen. Die Geschäftsführung für den Preis liegt beim Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), zu dem unter anderem auch die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd) gehört.

Von Diemut Roether und Karsten Packeiser (epd)