Umsatzeinbruch beim deutschen Buchhandel
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Bücherstapel
Frankfurt a.M. (epd).

Die deutschen Buchhändler haben 2025 fast drei Prozent weniger Umsatz erwirtschaftet als im Jahr zuvor. Die fortschreitende Verschlechterung der Lesekompetenz sei inzwischen „unmittelbar an den Marktzahlen“ abzulesen, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am 9. Juli in Frankfurt am Main mit. Bei der jungen Kundschaft im Alter zwischen 10 und 15 Jahren habe es einen Rückgang von über 30 Prozent innerhalb eines Jahres gegeben. Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins, machte „jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik“ für die Entwicklung verantwortlich.

Die deutsche Buchbranche erwirtschaftete 2025 einen Gesamtumsatz von 9,62 Milliarden Euro nach 9,88 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Während das Online-Geschäft stabil geblieben sei, habe der stationäre Buchhandel Einbußen hinnehmen müssen. Größere Umsatzverluste gab es mit 11,6 Prozent bei Reisebüchern und mit 8,1 Prozent bei Ratgebern. Belletristik verbuchte hingegen ein Plus von 1,2 Prozent. Mit einem Zuwachs von 9,6 Prozent ging insbesondere der Umsatz von Titeln aus dem Genre „New Adult“ nach oben; die Bücher richten sich an eine Zielgruppe junger Erwachsener im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Auch das Geschäft mit Hörbüchern konnte weiter deutlich zulegen.

Weiterer Rückgang für 2026 erwartet

Insgesamt erschienen 2025 in Deutschland 52.644 neue Buchtitel, 9,8 Prozent weniger als 2024. Der Anteil übersetzter Neuerscheinungen stieg auf 16 Prozent. Die Prognose des Börsenvereins für 2026 fällt ebenfalls zurückhaltend aus. „Das schwache Konsumklima hält auch im laufenden Jahr an“, teilte der Branchenverband mit. Nach den ersten sechs Monaten des Jahres liege der Umsatz in den zentralen Vertriebswegen um 4,1 Prozent hinter dem des Vorjahreszeitraums zurück.