Die Frauenhilfsorganisation Solwodi macht auf wachsenden Unterstützungsbedarf für von Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung betroffene Frauen aufmerksam. Im Jahr 2025 wandten sich deutlich mehr Frauen erstmals an Solwodi Deutschland, wie der Verein am Montag in Koblenz mit Blick auf den Weltfrauentag (8. März) erklärte. Demnach meldeten sich 2.969 Hilfesuchende aus 116 Ländern bei der Organisation, und damit knapp 15 Prozent mehr als im Vorjahr.
Solwodi setzt sich nach eigenen Angaben für Frauen mit Migrations- oder Fluchtkontext in Deutschland ein, die Unterdrückung und Gewalt erfahren haben. So seien im vergangenen Jahr 331 Frauen im Zusammenhang mit Menschenhandel beraten worden oder es habe ein entsprechender Verdacht bestanden, hieß es. 84 Frauen und Mädchen seien von Morddrohungen betroffenen. In 218 Fällen war laut Solwodi eine Zwangsverheiratung angedroht oder bereits vollzogen worden.
Betroffene leiden unter schweren psychischen Belastungen
Viele Betroffene hätten bereits in ihren Herkunftsländern Diskriminierung, Armut oder Gewalt erlebt, hieß es. In Deutschland verschärfe sich ihre Situation durch unsicheren Aufenthaltsstatus, fehlende soziale Netzwerke und sprachliche Hürden. Viele der Frauen, die sich an Solwodi wandten, litten infolge von Gewalterfahrungen unter schweren psychischen Belastungen bis zu Traumafolgestörungen, erklärte der Verein.
Solwodi ist in 18 Städten in Deutschland mit insgesamt 21 Fachberatungsstellen sowie 14 Schutzeinrichtungen und Wohnprojekten vertreten. Darunter sind etwa die Städte Aachen, Berlin, Bonn, Duisburg, Koblenz, Mainz, Oberhausen und Osnabrück.