Superintendentin: Gedenktag in Solingen will zum Gespräch ermutigen
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Die Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Solingen, Ilka Werner (Archivbild, Gedenktag 2025)
Solingen (epd).

Die Superintendentin des Kirchenkreises Solingen, Ilka Werner, sieht den zweiten Jahrestag des terroristischen Anschlags von Solingen auch als Möglichkeit, mit der Stadtgesellschaft stärker ins Gespräch zu kommen. Man biete deshalb am Abend des 23. August im Bürgersaal der evangelischen Stadtkirche eine Dialogveranstaltung an, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Konfliktakademie ConflictA der Universität Bielefeld organisiert wird, sagte die leitende Geistliche des Kirchenkreises dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Idee dabei sei, „ein offenes Gesprächsangebot zu schaffen“, das auch von Menschen genutzt wird, die ansonsten Angebote der Kirche vielleicht nicht so oft wahrnähmen. Geplant sei, „Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen“. Sie sei gespannt, welche Themen dort angeschnitten werden, betonte Werner. Zugleich stehe an dem Abend das Café „Gloria“ der Stadtkirche für alle Interessierten offen, die sich dort aufhalten und mit anderen Menschen austauschen möchten - auch die Notfallseelsorge werde vor Ort sein. „Ich glaube, es gibt schon einige, die möchten an dem Tag nicht alleine sein“, betonte Werner.

Programm zum zweiten Jahrestag etwas reduziert

Grundsätzlich sei das Programm für den zweiten Jahrestag des Anschlags aber ein „bisschen kleiner als letztes Jahr“. Organisiert wird das Gedenken von der evangelischen Kirche und der Stadt. Am Vormittag ist um 10 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der Stadtkirche geplant, und nach der Dialogveranstaltung, die von 19 bis 21 Uhr dauert, gibt es ein stilles Gedenken am Gedenkstein, der an der Kirche errichtet wurde. Für 21.37 Uhr - der Tatzeit - ist eine Schweigeminute vorgesehen. Zum Gedenken am Abend werden unter anderem Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und mehrere Landesminister erwartet.

Beim Umgang mit dem Gedenken sieht die Superintendentin in der Stadt durchaus unterschiedliche Interessenslagen. Es gebe sicherlich „viele Leute“, für die das Thema weiter weg sei. Sie wisse aber auch, dass das Thema bei den unmittelbar Betroffenen und den Angehörigen der Opfer „nicht so weit weg ist“. Insofern gebe es sicherlich einen Bedarf an dieser Art des Gedenkens. Durch Rücksprache mit der Stadt wisse man zudem, dass die Betroffenen mit der Veranstaltung zum Jahrestag „sehr einverstanden“ seien.

Tat ereignete sich gleich neben der Stadtkirche

Bei dem islamistisch motivierten Angriff vom 23. August 2024 waren beim Solinger Stadtfest drei Menschen erstochen und acht zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Die Tat ereignete sich auf dem Fronhof, der gleich neben der Stadtkirche liegt.

Wie sich das Gedenken in der Stadt in den kommenden Jahren entwickele, müsse man abwarten, erklärte Werner. Sicherlich werde sich die Art des Gedenkens verändern, grundsätzlich gehe sie aber davon aus, dass es zum Tatzeitpunkt des 23. August um 21.37 Uhr stets eine Zeremonie in Erinnerung an die Opfer geben werde.

epd-Gespräch: Michael Bosse