Der scheidende theologische Vizepräsident der westfälischen Kirche, Ulf Schlüter, hat sich angesichts zurückgehender Mitgliederzahlen und Finanzmittel für mehr Kooperationen ausgesprochen. Gerade bei Gebäudemanagement oder Finanzen sei es ratsam, viel stärker zu kooperieren, sagte Schlüter der evangelischen Wochenzeitung „Unsere Kirche“ (19. April). Derzeit gebe es in der westfälischen Landeskirche etwa 420 Kirchengemeinden und insgesamt rund 500 Körperschaften, das binde viele Kräfte.
In einer Landeskirche mit größeren Einheiten könnten Ressourcen gebündelt werden, damit vor Ort Raum entstehe für „exemplarisches, fröhliches, verlässliches, diverses kirchliches Leben mit Ausstrahlung“, sagte Schlüter, der auf der westfälischen Synode am 25. April aus seinem Amt verabschiedet wird. Seine Nachfolgerin ist die Theologin Susanne Falcke, die bislang Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken war.
„Interprofessionelle Teams sind die Zukunft“
Die Kirche der Zukunft sehe er diakonisch und musikalisch in klarer Bindung an Schrift und Bekenntnis, sagte Schlüter. Diakonie und Musik seien Kommunikationsformen des Evangeliums. Auf der Personalseite seien interprofessionelle Teams, die bereits in mehreren Gemeinden eingesetzt werden, „die Zukunft“. Dabei bringen neben Pfarrerinnen und Pfarrern Menschen aus anderen Berufen und Professionen ihre Kompetenzen in der Leitung der Gemeinde ein.
Schlüter, der seit 2018 theologischer Vizepräsident ist, hatte nach dem Rücktritt der westfälischen Präses Annette Kurschus im November 2023 das vakante Präses-Amt bis Juni 2025 kommissarisch übernommen. Der Theologe geht mit 64 Jahren in den Ruhestand.