Rheinischer Präses ruft Christen zum Einsatz für Versöhnung auf
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Der rheinische Präses Thorsten Latzel (Archivbild).
Düsseldorf (epd).

Christinnen und Christen sollen nach den Worten des rheinischen Präses Thorsten Latzel Botschafter der Versöhnung sein. „Wir bekommen es immer weniger hin, mit denen zu reden, die anderer Meinung sind: zuzuhören, zu verstehen, geschweige denn, miteinander zu essen“, erklärte er in Düsseldorf in seiner Osterbotschaft. „Wir sind selbst allzu oft geblendet von Geld, Macht, Ansehen und verlieren unsere Bestimmung aus dem Blick.“

In der Kar- und Osterwoche gehe es „um politische Gewaltherrscher, eine Gemeinschaft, die droht auseinanderzufliehen, Versöhnung, Verleugnung, Verrat“, erläuterte der leitende Theologe der zweitgrößten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Jesus Christus sei das Gegenbild zu den Autokraten „aller Zeiten und Weltgeschehen“. Er reise auf einem einfachen Esel und zeige, dass die Welt durch Selbsthingabe zu retten sei. In Christus trete Gott nicht nur an die Seite der Opfer, sondern werde selbst zu einem und durchbreche damit die Logik der Gewalt, betonte Latzel.

Latzel: Menschheit steuert Erde gegen die Wand

Die Menschheit sei „oster-reif“, weil „wir es als Menschen gerade richtig vermasseln“, sagte der Theologe. „Wir steuern an vielen Stellen komplett in die falsche Richtung.“ Trotz Warnungen fahre die Menschheit etwa die „Erde sehenden Auges gegen die Wand“. „Wir geben zig Milliarden weltweit für Rüstung aus, obwohl wir jeden Cent gegen den Hunger bräuchten“, unterstrich Latzel.