15.000 Menschen bei Premiere des Musicals "Judith" in Dortmund
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15.000 Menschen bei Premiere des Musicals "Judith" in Dortmund
Dortmund, Witten (epd).

Das Chormusical „Judith und das Wunder der Schöpfung“ hat in Dortmund seine Premiere gefeiert. Am Samstag kamen dazu rund 15.000 Menschen in die Westfalenhalle, wie die Stiftung Creative Kirche am Sonntag in Witten erklärte. Für das Stück haben Komponist Michael Herberger und Texter Kevin Schroeder die biblische Geschichte von Judith und Ammo mit der Suche nach Antworten auf aktuelle globale Probleme verknüpft. Neben professionellen Musicaldarstellern stand auch ein „Mega-Chor“ mit 3.000 Sängerinnen und Sängern auf der Bühne, begleitet von einem Live-Orchester.

Auch die stellvertretende nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Grüne) war nach Dortmund gekommen. Das Stück beschäftige sich „mit den großen Herausforderungen unserer Zeit - Klimawandel, gesellschaftliche Spaltung und Migration“, sagte sie. Die Begeisterung der 3.000 Sängerinnen und Sänger sei ansteckend, gebe Mut, Kraft und Hoffnung, „dass wir das gemeinsam hinbekommen“.

Im Zentrum des Musicals stehen die schwangere Judith und der äthiopische Flüchtling Ammo, deren Liebe eine dramatische Wendung nimmt. Während die junge Aktivistin bei ihrem Großvater Jakob Halt findet, der ihr Mut macht, Verantwortung zu übernehmen, gerät sie in Konflikt mit ihren Eltern. In dem Stück gehe es um Austausch und Miteinander trotz aller Konflikte, sagte Musikproduzent Michael Herberger nach der Premiere. „Jeder Einzelne kann etwas beitragen, aber nur gemeinsam können wir wirklich etwas verändern.“

Hoffnung auf Zusammenhalt und Veränderung

Der Familienstreit sei in dem Stück Spiegelbild einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft, erklärte die Stiftung Creative Kirche. Judith stelle alles infrage, Beziehungen, Überzeugungen, Hoffnung. Doch inmitten von Zukunftsängsten und moralischen Zweifeln entdecke sie, dass „Wut keine Zukunft baut und Veränderung nur gemeinsam möglich ist“.

Die Stiftung Creative Kirche hatte bereits in den vergangenen Jahren mit „Luther“ und „Bethlehem“ große Chormusicals realisiert. Das neue Projekt „Judith“ geht im Januar 2027 auf Deutschland-Tournee. Erste Station ist Mannheim, gefolgt von Hannover, Bonn, Stuttgart, und Nürnberg.

Das Musical ist ein ökumenisches Gemeinschaftsprojekt der Creativen Kirche unter anderem mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der westfälischen Kirche, dem Erzbistum Paderborn und dem Hilfswerk „Brot für die Welt“. Es wird auch vom NRW-Kulturministerium gefördert.