Tierschützer haben massive Vorwürfe der Tierquälerei gegen einen Geflügelmast- und einen Schlachtbetrieb in Brandenburg erhoben. Videoaufnahmen aus einem Entenmastbetrieb im Landkreis Oder-Spree und einem Geflügelschlachthof im Landkreis Potsdam-Mittelmark belegten schwere Misshandlungen von Tieren, erklärten die Organisationen Animal Rights Watch und Aninova am Donnerstag. In beiden Fällen sei Anzeige bei den zuständigen Staatsanwaltschaften erstattet worden.
Im Fall des Mastbetriebs seien mit versteckter Kamera rund 1.900 Fälle von Misshandlungen dokumentiert worden, erklärte Animal Rights Watch. Darunter seien mehr als 1.400 Tritte und mehr als 300 Würfe durch die Luft. Die Tierschützer forderten die Schließung des Betriebs. Gegen den Mastbetrieb sei wegen vergleichbarer Vorwürfe bereits 2023 Anzeige erstattet worden.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Im Fall des Schlachthofs waren die Vorwürfe bereits im Dezember erhoben worden. Von Aninova hieß es am Donnerstag, die Auswertung des insgesamt 1.455 Stunden umfassenden Videomaterials sei inzwischen abgeschlossen. Darunter seien rund 215 Stunden aus tierschutzkritischen Bereichen. Die Aufnahmen zeigten diverse Tierquälereien. Die Auswertung dokumentiere 83 Übergriffe, die als mittel bis schwer eingestuft worden seien.
Von der Staatsanwaltschaft Potsdam hieß es, im Fall des Schlachtbetriebs werde ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz geführt. Das dazu eingegangene Videomaterial werde nunmehr Bestandteil des bereits anhängigen Verfahrens und Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.