In Thüringen hat die diesjährige Suche nach dem Hirschkäfer begonnen. Bürgerinnen und Bürger seien dazu aufgerufen, die seltenen Insekten von Juni bis August zu beobachten und Funde zu melden, teilte der Naturschutzbund (Nabu) am Freitag in Jena mit. Ziel der gemeinsamen Aktion mit dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz sei es, die Verbreitung der stark gefährdeten Art besser zu erfassen und Schutzmaßnahmen gezielt umzusetzen, teilten die Initiatoren am Donnerstag mit.
Besonders gute Chancen, Hirschkäfer zu entdecken, bestehen laut den Initiatoren an warmen Sommerabenden in lichten Laubwäldern mit alten Eichenbeständen. Die Käfer bevorzugten Lebensräume mit viel Totholz, Baumstümpfen sowie alte Obstbäume und Streuobstwiesen.
Art steht unter strengem Schutz
Nach Angaben des Landesamtes sind Kenntnisse über das Vorkommen der Art eine wichtige Voraussetzung für ihren Erhalt. Zu den bekannten Schwerpunktgebieten im Freistaat zählen Eisenach und der Wartburgkreis. Der Hirschkäfer steht in Thüringen und bundesweit auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und ist zudem europaweit geschützt. Im Rahmen der Aktion sei darauf zu achten, die Tiere nicht zu stören.
Um Verwechslungen mit ähnlichen Käferarten auszuschließen, bitten die Fachleute darum, Funde möglichst mit digitalen Fotos zu dokumentieren. In der Vergangenheit seien Hirschkäfer unter anderem mit Nashornkäfern, Balkenschrötern oder dem Eremiten verwechselt worden. Neben den Fotos werden Angaben zum Fundort, zum Datum, zur Anzahl der Tiere und möglichst auch zum Geschlecht der Käfer erbeten.