Mit einer Auftaktveranstaltung an der Gedenkstätte Point Alpha ist das Naturschutzgroßprojekt Thüringer Kuppenrhön offiziell gestartet. Über das Vorhaben sollen Biotope in der halboffenen Landschaft renaturiert und miteinander vernetzt werden, sagte Projektleiterin Corinna Hoßfeld am Montag vor Ort. Verbuschte Flächen müssten freigeschnitten und die traditionelle Art der Beweidung etwa durch Schafe wieder intensiviert werden.
Das 3.240 Hektar große Fördergebiet liegt im Unesco-Biosphärenreservat Rhön im Dreiländereck von Thüringen, Hessen und Bayern. Es umfasst einen Teil des Grünen Bandes entlang der früheren innerdeutschen Grenze. Geplant sind laut Hoßfeld unter anderem auch die Pflege von Magerrasen und Wacholderheiden, die Entwicklung artenreicher Wiesen sowie die Anlage von Kleingewässern. Mit der Aufgabe der für die Region typischen Beweidungsformen während der vergangenen Jahrzehnte habe sich die Landschaft verändert und der Artenreichtum abgenommen.
Wichtiger Rückzugsraum für seltene Arten
Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Sabine Riewenherm, erklärte, die Thüringer Kuppenrhön sei ein wichtiger Rückzugsraum für seltene Arten. Der Schutz der Flächen müsse gemeinsam mit den Eigentümern und Landnutzern erfolgen, um die Lebensräume zu erhalten und den Biotopverbund des Grünen Bandes nachhaltig zu stärken.
Das Projekt der Heinz-Sielmann-Stiftung und des örtlichen Landschaftspflegeverbands hat ein Volumen von 10,2 Millionen Euro und ist auf zehn Jahre angelegt. Der Bund trägt 75 Prozent der Kosten, Thüringen 15 Prozent, den Eigenanteil übernehmen die Projektträger.