Umweltschützer fordern ein landesweites Konzept für die Stärkung der natürlichen Schutzfunktionen der Landschaft. Notwendig seien Maßnahmen zur Wiederherstellung von Bach- und Flussauen, Mooren und naturnahen Flächen. Damit könnten Wasserrückhalt, Hochwasserschutz und Klimaanpassung verbessert werden, teilte der Naturschutzbund Thüringen (Nabu) am Dienstag in Jena unter Verweis auf den neuen Grün-Feucht-Kühl-Index 2026 des Econics-Instituts mit.
Besonders betroffen sind nach Aussage des Naturschutzreferenten des Verbandes, Marcus Orlamünder, intensiv genutzte Agrarregionen wie das Thüringer Becken. Dort sei kaum noch leistungsfähige Natur vorhanden. Trockenheit und hohe Temperaturen belasteten den Wasserhaushalt im Freistaat zunehmend. Positiver sei die Situation etwa im Bereich des Thüringer Waldes mit seinen größeren Waldflächen.
Kaum noch natürliche Schutzfunktionen
Grundlage der Einschätzung ist der aktuelle Grün-Feucht-Kühl-Index 2026 des Nabu und dem Econics-Institut im brandenburgischen Chorin. Er bewertet, wie gut Landschaften kühlen, Wasser speichern und Klimaextreme abfedern können. Die Daten basieren unter anderem auf hochauflösenden Satellitenaufnahmen.
Im Bundesvergleich gehört Thüringen nach Angaben des Nabu neben Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu den Flächenländern mit den geringsten natürlichen Schutzfunktionen der Landschaft. Gründe seien neben Niederschlagsunterschieden auch die intensiv genutzten Agrarlandschaften. Der Index zeige auch, dass Renaturierung wirke. Wiederhergestellte Moore, Flüsse und Auen könnten ihre Speicher- und Kühlfunktionen zurückgewinnen.