Mit über 67.050 Stimmen ist die Mehlschwalbe zum Vogel des Jahres 2027 gewählt worden. Der auch als Sommerbote bekannte Zugvogel habe die Abstimmung mit 45,2 Prozent von insgesamt mehr als 148.500 Stimmen gewonnen, teilte der Naturschutzbund (Nabu) am Donnerstag mit. Auf Platz zwei landete demnach mit 22,3 Prozent der Stimmen der Trauerschnäpper. Dahinter folgten der Kolkrabe (15,2 Prozent), die Wasseramsel (10,8 Prozent) und der Kranich (6,5 Prozent). Die Mehlschwalbe löst damit das Rebhuhn als Vogel des Jahres ab.
Die Sieger-Art wurde laut Nabu in Abwesenheit gekürt, da Mehlschwalben südlich der Sahara in Afrika überwintern. Anfang April kehren die Tiere nach Europa zurück, um zu brüten. Sie gelten deshalb als Anzeichen für den baldigen Beginn der warmen Jahreszeit.
Art durch Insektenschwund und Versiegelung gefährdet
Laut dem Nabu-Vogelschutzexperten Martin Rümmler sind Mehlschwalben gefährdet. Bis zu 770.000 Brutpaare gebe es noch in Deutschland, wobei der Bestand zurückgehe. Das liege vor allem an der illegalen Zerstörung von Nestern, Vergrämungsmaßnahmen an Häusern sowie dem Insektenschwund. „Moderne Architektur und die zunehmende Versiegelung machen es Schwalben oft unmöglich, ihre Nester zu bauen“, erklärte Rümmler. Wer die Tiere hingegen willkommen heiße, könne vom Nabu die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ erhalten. Lehmpfützen auf dem Grundstück böten ihnen Baumaterial für Nester.
Die Wahl zum Vogel des Jahres wird durch den Landesbund für Vogel- und Naturschutz und den Nabu organisiert. Erstmals wurde der Titel in Deutschland im Jahr 1971 vergeben. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.