Historische Parks in Brandenburg reagieren auf Klimawandel
Baruth (epd).

Brandenburg bereitet seine historischen Parks und Gärten auf die Folgen des Klimawandels vor. Die „Orte von außerordentlicher Schönheit und Pracht“ seien infolge der Veränderungen durch die Erderwärmung in Gefahr, sagte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am Donnerstag anlässlich mehrerer Vor-Ort-Termine in Baruth, Altdöbern und Lauchhammer. Die Natur sterbe dort „unglaublich leise“. Diesem Sterben müsse entgegengewirkt werden. Die Anlagen seien sehr verletzlich.

2025 wurden den Angaben zufolge für insgesamt neun Klimaanpassungsprojekte in historischen Gärten in Brandenburg rund 2,9 Millionen Euro eingesetzt. Die Mittel gingen an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, das Landesdenkmalamt, die Stadt Brandenburg an der Havel und die Universität Potsdam.

Bis zu 30 Millionen Euro

Zu den geförderten Projekten gehören den Angaben zufolge unter anderem der nachhaltige Wegebau im Potsdamer Park Babelsberg, der Aufbau eines Regenwasserspeichers im Botanischen Garten in Potsdam und die Entwicklung eines klimaschonenden Betriebs des Schlossgartens Rheinsberg. Insgesamt stünden von 2023 bis 2027 bis zu 30 Millionen Euro für Klimaanpassungsmaßnahmen in historischen Gärten zur Verfügung. Darunter sind bis zu 18 Millionen Euro aus EU-Mitteln sowie weitere bis zu zwölf Millionen Euro aus Landesmitteln des Kulturministeriums.

Schüle betonte, historische Gärten und Parks seien lebendige Zeugnisse der Kulturgeschichte. Mit Maßnahmen zur Klimaanpassung würden sie widerstandsfähiger gemacht, um das „wertvolle Kulturerbe für kommende Generationen zu bewahren“.

Gesamtkunstwerke

Landeskonservator Thomas Drachenberg betonte, die meisten der rund 400 denkmalgeschützten Gärten und Parks Brandenburgs seien Gesamtkunstwerke. Deren Wert ergebe sich „aus dem sensiblen Zusammenspiel von Vegetation, Wasser, Topografie, Wege und Bauwerken“. Ihr Erhalt setzte eine kontinuierliche fachgerechte Pflege voraus.

Der Schlosspark Baruth geht den Angaben zufolge auf eine mittelalterliche Burganlage zurück. Im 18. Jahrhundert wurden Schloss- und Gartenensemble barock geprägt und ab 1838 nach Plänen von Peter Joseph Lenné (1789-1866) zu einem Landschaftspark umgestaltet. Nach Verlusten der historischen Parkstruktur und des Gehölzbestandes nach 1945 wird die Anlage seit den 80er Jahren schrittweise restauriert. Derzeit ist der Schlosspark Baruth Pilotstandort, um neue Methoden zur Erfassung und Bewertung von Klimaschäden zu entwickeln.

Orkanschäden

Schloss und Park Altdöbern zählten zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern im südlichen Brandenburg, hieß es. Der zuletzt im 19. Jahrhundert erweiterte Landschaftspark sei durch eine bergbaubedingte Grundwasserabsenkung und den anschließenden Wasserwiederanstieg jahrzehntelang stark beeinträchtigt worden. Inzwischen sei es gelungen, Kernteile des Parks zu revitalisieren. Der Schlosspark Lauchhammer, der von 1945 bis 1990 zu einem öffentlichen Volkspark wurde, war 2007 von erheblichen Schäden durch den Orkan Kyrill betroffen: Die Anlage ist mittlerweile wiederhergestellt.

Von Yvonne Jennerjahn (epd)