Das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze kann frühestens 2031 in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen werden. Allerdings hänge dieser Zeitplan von einer Vielzahl von Bedingungen ab, die die Antragsteller nicht selbst beeinflussen könnten, sagte Alexandra Kruse vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Mittwoch in Erfurt. Zunächst müsse etwa das Ergebnis einer Prüfung abgewartet werden, die die kulturelle Welterbewürdigkeit des Biotopverbundsystems feststellen solle.
Der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Peter Wurschi, zeigte sich diesbezüglich optimistisch. Beim Grünen Band handele es sich um ein gesamtdeutsches Projekt. Das Naturerbe mit seinen wertvollen Biotopen und das Kulturerbe mit den ehemaligen Grenzanlagen sowie den geschleiften Dörfern entlang der früheren innerdeutschen Grenze könnten nur gemeinsam gedacht werden.
Verbindung von Naturschutz und Zeitgeschichte
Hubert Weiger vom BUND betonte, das Grüne Band sei als potenzielle Weltkulturerbestätte von globaler Bedeutung. Hier manifestiere sich der Sieg der Demokratie über totalitäre Systeme. Die Teilung Deutschlands sei dabei eines der sichtbaren Symbole des Eisernen Vorhangs gewesen. Bislang stehe der Naturraum lediglich auf der Kandidatenliste für das Weltnaturerbe. Nun müsse zusätzlich die Bewerbung als Weltkulturerbe gestartet werden.
Das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze mit rund 1.400 Kilometern Länge gilt als einer der größten Biotopverbünde in Europa. Zudem ist die historisch geprägte Landschaft ein bedeutender Erinnerungsort der Zeitgeschichte.