Gefangene in Thüringer Justizvollzugsanstalten sollen künftig deutlich mehr Geld für ihre Arbeit erhalten. Nachdem der Thüringer Landtag eine entsprechende Erhöhung der Vergütung beschlossen habe, solle die Erhöhung ab Januar greifen, teilte ein Sprecher des Thüringer Justizministeriums am Montag in Erfurt mit. Der Stundenlohn für eine durchschnittliche Tätigkeit steige um 66 Prozent von bisher 2,02 Euro auf 3,37 Euro.
Die Vergütung wird den Angaben zufolge voll ausgezahlt. Abzüge für Unterkunft, Verpflegung und medizinische Versorgung gebe es nicht. Auf Grundlage der Zahlen von 2025 rechne das Land mit jährlichen Mehrkosten von rund 1,5 Millionen Euro. Dafür sei im Doppelhaushalt 2026/2027 bereits Geld berücksichtigt worden.
Arbeit und Bildung entscheidend für ein straffreies Leben nach der Haft
Neben der Bezahlung soll auch die Resozialisierung neu strukturiert werden. Arbeitstherapie, Arbeitstraining, schulische und berufliche Bildung sowie Arbeit werden laut Ministerium künftig unter dem Oberbegriff „Beschäftigung“ zusammengefasst. So sollen die Fähigkeiten der Gefangenen gezielt gefördert und ihre Chancen auf eine Wiedereingliederung verbessert werden. Zudem werde die Ausbildungsbeihilfe für Gefangene gestärkt, die ein staatlich anerkanntes Hochschulstudium absolvieren.
Justizministerin Beate Meißner (CDU) bezeichnete die Reform als wichtigen Schritt hin zu einem modernen Strafvollzug. Arbeit und Bildung seien entscheidend für ein straffreies Leben nach der Haft. Zugleich betonte sie, dass der Schutz der Allgemeinheit im Mittelpunkt stehe. Erfolgreiche Resozialisierung bedeute auch mehr Sicherheit für mögliche Opfer und die Gesellschaft.