Sachsen legt Dokumentation zu DDR-Heimerziehung vor
Dresden, Torgau (epd).

Das sächsische Sozialministerium hat eine Dokumentation zu DDR-Kinder- und Jugendheimen sowie zu Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie auf dem Gebiet des Freistaates erstellen lassen. Sie umfasst Daten von mehr als 450 Einrichtungen im Zeitraum von 1949 bis 1990, wie Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Donnerstag in Dresden erklärte. Damit werde ein neuartiger Zugang zu einem weitgehend verdrängten Kapitel der DDR-Geschichte geschaffen.

Die Datenbank wurde laut Ministerium am Donnerstag an den Trägerverein der Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau, die Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau, übergeben. Der Verein werde nun bis Jahresende auf dieser Datengrundlage eine „digitale Landkarte der Erinnerungsorte“ erstellen. Damit werde ein dauerhafter Baustein der Erinnerungskultur geschaffen.

Ort der Erinnerung für Betroffene, Hilfe für Behörden

Auf der interaktiven Karte sollen zu den recherchierten Heimen und Einrichtungen historische Informationen, Bildmaterial und persönliche Stimmen von Betroffenen bereitgestellt werden. Eine Freischaltung ist für 2027 geplant.

Für Betroffene und Angehörige werde ein Ort der Erinnerung geschaffen, hieß es weiter. Bildungseinrichtungen erhielten einen neuen Zugang zur Regionalgeschichte. Behörden und Gerichte würden durch die bereitgestellten Dokumente in Rehabilitierungsverfahren unterstützt. Die digitale Landkarte soll auch in Zukunft regelmäßig aktualisiert werden.