Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat am Dienstag einen Aktionsplan zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt beschlossen. Neben Präventions- und Hilfsangeboten gehören zu den 30 Einzelmaßnahmen des Plans auch konkrete Schutzkonzepte und die Qualifikation von Mitarbeitenden, teilte die Staatskanzlei in Magdeburg mit. „Wir wollen dafür sorgen, dass Kinder und Eltern erste Warnsignale frühzeitig erkennen. Außerdem stärken wir Fachkräfte und Ehrenamtliche, die mit Kindern arbeiten“, sagte Familienministerin Petra Grimm-Benne (SPD).
Damit solle sichergestellt werden, dass Betroffene im Falle eines sexuellen Übergriffs schnell umfassende Beratung und Hilfe erhalten können. Laut polizeilicher Kriminalitätsstatistik wurden 2025 in Sachsen-Anhalt 470 Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs.
Hauptziel ist die Verhinderung von Kindesmissbrauch
„Unser erstes Ziel ist es, sexuellen Kindesmissbrauch zu verhindern. Niemand darf Augen und Ohren schließen“, sagte der Kinder- und Jugendbeauftragte des Landes, Holger Paech. Dazu sollen gemeinsam mit jungen Menschen Schutzkonzepte für Einrichtungen und konkrete Angebote erarbeitet werden, um die Sicherheit zu erhöhen.
Vorgesehen sei, sogenannte Gewaltschutzkonzepte an allen rund 800 allgemeinbildenden Schulen, Förderschulen und berufsbildenden Schulen des Landes zu etablieren. Zudem sollen Ehrenamtliche etwa im Sport und bei der Feuerwehr unterstützt werden, ähnliche Schutzkonzepte zu entwickeln. Ein wichtiger Partner sei dabei das Ende 2025 gestartete Zentrum Kinderschutz, um Fachkräfte und Ehrenamtliche zu unterstützen.