Pflegepersonal in Thüringen fordert bessere Arbeitsbedingungen
Erfurt (epd).

Etwa 700 Mitarbeitende der Thüringer Pflegebranche haben am Montag in Erfurt für eine verlässliche Finanzierung der Pflege, den Erhalt bestehender Beratungsangebote und schnelle Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel demonstriert. Der Fachkräftemangel steige, die Ausbildung sei zu kompliziert und die Bürokratie raube Pflegerinnen und Pflegern Zeit für die Menschen, die sie betreuen sollen, sagte die Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Margit Benkenstein, bei einer Kundgebung vor der Thüringer Staatskanzlei. Pflege sei kein Kostenfaktor, der sich beliebig nach unten drücken lasse.

Die Teilnehmer forderten zudem, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen weiterhin ein breites Angebot ambulanter Leistungen nutzen können. Der Protest von Pflegeeinrichtungen, Beschäftigten, pflegenden Angehörigen und Unterstützern richtete sich gegen das geplante Pflegeneuordnungsgesetz der Bundesregierung. Zu der Demonstration hatten der bpa Thüringen und weitere Sozialverbände aufgerufen.

Sozialministerium sieht Änderungsbedarf am geplanten Gesetz

Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk (SPD) erklärte, das Land begrüße das Ziel, die pflegerische Versorgung weiterzuentwickeln und die Pflegeversicherung finanziell zu stabilisieren. Zugleich sehe sie im Reformentwurf erheblichen Änderungsbedarf und kritisierte geplante Leistungskürzungen. Die Stabilisierung dürfe nicht auf Kosten der Pflegebedürftigen gehen, erklärte Schenk.

In Thüringen sind aktuell rund 200.000 Menschen auf Pflegeleistungen angewiesen. Sie werden von etwa 37.000 Pflegekräften sowie rund 275.000 Angehörigen betreut.