Ein Großteil der Jugendlichen nutzt laut einer Studie bei gesundheitlichen Fragen zunehmend Künstliche Intelligenz (KI) und vertraut auf deren Antworten. Demnach hätten bereits 48 Prozent aller Jugendlichen KI-Chatbots um Rat zu Gesundheitsproblemen befragt. In den mitteldeutschen Bundesländern waren es 44 Prozent, sagte eine Sprecherin der Krankenkasse am Dienstag in Magdeburg unter Hinweis auf die aktuelle Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Barmer.
Für diese Studie waren den Angaben zufolge im Herbst 2025 bundesweit rund 2.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt worden, darunter 223 aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Demnach nutzten 53 Prozent der Mädchen entsprechende KI-Tools nutzen, aber nur 42 Prozent der Jungen.
KI beeinflusst auch Zukunftsängste
Dabei stuften bundesweit 53 Prozent die von KI vorgeschlagenen Gesundheitstipps als vertrauenswürdig ein. Bei den 223 Befragten in Mitteldeutschland waren es 47 Prozent. „Gerade im Gesundheitsbereich birgt das Vertrauen in KI durchaus Risiken, da Künstliche Intelligenz ärztliche Diagnosen nicht ersetzen kann“, sagte die Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen-Anhalt, Birgit Dziuk.
Der Anteil der Jugendlichen, die KI regelmäßig oder täglich nutzen, sei binnen zwei Jahren von 19 auf 48 Prozent angestiegen; in Mitteldeutschland von 18 auf 37 Prozent.
Laut Studie sehen immer mehr Jugendliche sowohl Chancen als auch potenzielle Risiken in KI. Bundesweit sähen 24 Prozent der Befragten ihre beruflichen Pläne durch KI gefährdet (23 Prozent in Mitteldeutschland). Im Jahr 2023 waren es 17 Prozent (12 Prozent in Mitteldeutschland).