Die überregionale Bildungskampagne „Fragemauer“ gegen Antisemitismus hat am Mittwoch in Dresden auf Sachsen bezogene Plakatmotive vorgestellt. Die Kampagne wolle jüdische Religion und Traditionen sichtbarer machen sowie aufklären, sagte Carsten Ovens vom European Leadership Network, das die „Fragemauer“ verantwortet. Anlass der sächsischen Aktion ist das „Jahr der jüdischen Kultur“ im Freistaat 2026 unter dem Titel „Tacheles“.
Dazu werden laut Ovens mehrere Wochen lang Plakate mit Fragen und kurzen Antworten zunächst in Dresden, Chemnitz und Leipzig öffentlich zu sehen sein. Zudem seien Videoclips in Kinos und im Fahrgast-Fernsehen im öffentlichen Nahverkehr geplant. Postkarten sollen in Schulen, Bibliotheken und Sportstätten ausgelegt werden.
Wissen humorvoll vermitteln
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) begrüßte die Kampagne: „Wir wollen einen Wissensspeicher füllen.“ Das Themenjahr wolle auch „das Fröhliche und Lachende“ jüdischer Kultur vermitteln. Die Kampagne stehe dafür, solle den Austausch fördern und „mit einem Lächeln“ den Zugang zu Wissen ermöglichen.
Auf den sächsischen Kampagnen-Motiven werden Fragen gestellt wie: „Sächseln Juden eigentlich auch?“ oder „Ist die Eierschecke koscher?“ Die „Fragemauer“ ist eine Bildungsinitiative, die vom European Leadership Network ins Leben gerufen wurde. Sie lädt Bürgerinnen und Bürger dazu ein, auf der Webseite anonym Fragen zu jüdischem Leben, Judentum und zu Israel zu stellen.
In Deutschland registrierten die Behörden 2025 mehr als 6.500 antisemitische Straftaten.