Eigenanteile in Berliner Pflegeheimen steigen weiter
Berlin (epd).

Die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen in Berlin ist nach Untersuchungen der AOK Nordost weiter gestiegen. Die durchschnittliche Gesamtbelastung der Bewohnerinnen und Bewohner liege nach Abzug der nach Wohndauer gestaffelten Leistungszuschläge der Pflegeversicherung inzwischen bei 2.400 Euro pro Monat, teilte die AOK am Mittwoch in Berlin mit. Das seien 121 Euro mehr als noch im Vorjahr 2024.

Unter Berufung auf die Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hieß es, trotz einzelner Entlastungsschritte stiegen die Eigenanteile weiter. Sie überforderten viele Menschen. Die AOK Nordost sehe daher dringenden Handlungsbedarf für eine strukturelle Reform der Pflege und eine nachhaltige Finanzierung.

Kosten von über 5.000 Euro

Laut AOK lagen die Gesamtkosten für einen Heimplatz in Berlin Ende 2025 erstmals über 5.000 Euro im Monat. Von diesen durchschnittlich 5.023 Euro zahlte die Pflegekasse 1.534 Euro. Zusätzlich bekamen die Bewohnerinnen und Bewohner von der Pflegeversicherung durchschnittlich 1.061 Euro pro Monat für ihre pflegebedingten Eigenanteile in Form der nach Wohndauer gestaffelten Zuschläge erstattet.

Die Zuzahlungen umfassen Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. Nach Abzug der Zuschläge hatten Bewohnerinnen und Bewohner in Berlin eine durchschnittliche Gesamtbelastung von 2.427 Euro pro Monat. Dieser Betrag liege häufig deutlich über der verfügbaren Rente, unterstrich die Krankenkasse.