In Brandenburg wird eine Online-Sozialplattform eingeführt. Das bundesweit erfolgreich erprobte Modell ermögliche flächendeckend wichtige Sozialleistungen auf vollständig digitalem Wege zu beantragen, teilten das Sozial- und das Digitalisierungsministerium am Mittwoch in Potsdam mit. Dazu gehörten unter anderem die Grundsicherung und die Hilfe zum Lebensunterhalt. Brandenburg werde damit zugleich „digitaler und bürgerfreundlicher“. Bürgerinnen und Bürgern werde bei wichtigen Leistungen der Gang zur Behörde erspart.
Das Sozialamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark mache das Angebot für erste wichtige Leistungen ab Donnerstag verfügbar, hieß es. Weitere elf Landkreise und kreisfreie Städte sowie das Landesamt für Soziales und Versorgung bereiten den Angaben zufolge die Einführung vor.
„Unkompliziert und niedrigschwellig“
Die Sozialplattform sei im Auftrag des Sozialministeriums von Nordrhein-Westfalen entwickelt worden und werde von diesem in Zusammenarbeit mit dem Bundesarbeitsministerium betrieben, hieß es. In Brandenburg sei die Online-Plattform bereits im Landkreis Elbe-Elster erfolgreich getestet worden. Auch vier von sieben zugelassenen kommunalen Jobcentern seien angebunden.
Sozialminister René Wilke (SPD) bezeichnete das Online-Angebot als Meilenstein. Sozialleistungen müssten die Menschen, die sie benötigen, „unkompliziert, niedrigschwellig und möglichst frei von bürokratischen Hürden“ erreichen, betonte er. Digitalisierungsminister Benjamin Grimm (SPD) erklärte, Ziel der Landesregierung sei, bis spätestens 2029 die wichtigen Verwaltungsleistungen in Brandenburg flächendeckend online anzubieten.