In Thüringen startet ein Modellprojekt zur systematischen Erhebung der Sprachentwicklung von Kindern im fünften Lebensjahr. Von Dienstag an und bis Mitte November beteiligten sich 150 Kindertageseinrichtungen am Transferprojekt „Thüringer Qualitätskompass“, teilte das Bildungsministerium am Montag in Erfurt mit. Erprobt werde erstmals ein einheitliches Verfahren zur Sprachstandserhebung.
Zum Einsatz kommt den Angaben zufolge ein Beobachtungsinstrument, das gemeinsam mit der Universität Erfurt und der Fachhochschule Erfurt ausgewählt wurde. Es soll pädagogische Fachkräfte dabei unterstützen, die sprachliche Entwicklung der Kinder systematisch zu beobachten und daraus geeignete Fördermaßnahmen für den Kita-Alltag abzuleiten.
Bewerbungen aus mehr als 300 Einrichtungen
Für das Projekt hatten sich mehr als 300 Einrichtungen beworben. Die Auswahl der 150 Kindergärten erfolgte laut Ministerium in einem vergleichenden Verfahren und unter Berücksichtigung einer regional ausgewogenen Verteilung. Untersucht werde die sprachliche Entwicklung von Kindern im Alter von 48 bis 59 Monaten.
Bildungsminister Christian Tischner (CDU) erklärte, bessere sprachliche Voraussetzungen beim Schuleintritt entlasteten die Lehrkräfte und verbesserten zugleich die Bildungschancen der Kinder. Der Freistaat unterstützte diese Entwicklung mit verbindlichen Deutschtests und gezielter Sprachförderung.
Die im Projekt erhobenen Daten sollen Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der sprachlichen Bildung liefern. Zudem dienten sie der Vorbereitung einer landesweiten Einführung von Sprachstandserhebungen.