Nach Gewerkschaftsangaben rund 12.000 Menschen haben sich in Berlin am DGB-Protesttag gegen die Reformvorhaben der Bundesregierung im sozialen Bereich beteiligt. Unter der Überschrift „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ zogen sie am Samstag durch die östliche Berliner Innenstadt zum Roten Rathaus. Die Proteste richteten sich unter anderem gegen längere und flexiblere Arbeitszeiten, schlechtere Leistungen und zusätzliche Belastungen im Bereich Gesundheit und Pflege und Einschnitte bei der Rente.
Die DGB-Bezirksvorsitzende Katja Karger verwies mit Blick auf das Ergebnis der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus eine Woche zuvor auf die Notwendigkeit, die geplanten Reformen auf den Prüfstand zu stellen. Sie betonte, die Menschen seien massiv verunsichert. Steigende Preise, Sorge vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, vor immer weiter steigenden Mieten und einem gesellschaftlichen Klima der Spaltung seien unmittelbare Bedrohungen im Alltag, unterstrich die DGB-Bezirksvorsitzende.
Zentraler Protest in Essen
Die DGB-Bundesvorsitzende Yasmin Fahimi warb bei der zentralen Veranstaltung in Essen für gemeinsam und sozial gerecht gestaltete Reformen in Deutschland. „Wir sind bereit für Veränderung“, sagte sie: „Aber nicht, indem unsere Rechte geschliffen, unsere soziale Sicherheit gekürzt und unsere Lebensleistung entwertet werden.“