Woidke: Neuzelle ist "wahrer Schatz des Landes Brandenburg"
Landesstiftung für Kloster Neuzelle feiert 30-jähriges Bestehen
Neuzelle (epd).

Das 30-jährige Bestehen der Stiftung für das frühere Zisterzienserkloster Neuzelle in Brandenburg ist mit einem Festakt gefeiert worden. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte anlässlich dessen am Freitag das Engagement der 1996 gegründeten Stiftung Stift Neuzelle. Seit drei Jahrzehnten setze sie sich dafür ein, die barocken Klosteranlagen zu bewahren, zu restaurieren und mit neuem Leben zu erfüllen, erklärte er. Auch weitere Vertreter aus Politik und Kultur würdigten die Stiftung.

Woidke erklärte, das „einzigartige Erbe“ von Neuzelle zu erhalten, bleibe eine gemeinsame Verantwortung. Das Land werde sich dieser Verantwortung „auch künftig verlässlich stellen“. Das Kloster sei „ein wahrer Schatz“ des Landes Brandenburg und ein Ort von herausragender kultureller, geistlicher, touristischer und bildungspolitischer Bedeutung.

„Riesige Erfolgsgeschichte“

Kulturstaatssekretär Tobias Dünow (SPD) würdigte den Ort am Freitag nach Ministeriumsangaben in einem Grußwort als „katholische Insel in der Reformation“, preußische Domäne nach der Säkularisierung im 19. Jahrhundert und Priesterseminar in der DDR. Das Kloster Neuzelle habe jedes politische System überlebt, das den Ort verwalten wollte. Brandenburg habe schließlich ab 1996 alle Ländereien zurückgegeben, die dem Kloster 1817 mit der Säkularisierung genommen wurden.

Landeskonservator Thomas Drachenberg erklärte, dem wertvollen Gebäude- und Kunstbestand des Klosters Neuzelle sei es noch nie so gegangen gut wie heute. Dies sei „eine wunderbare Leistung der Stiftung Stift Neuzelle“. Der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Oderland Spree, Frank Schürer-Behrmann würdigte das Engagement der Stiftung als „riesige Erfolgsgeschichte“. Die Entwicklung auf dem Stiftsgelände sei „atemberaubend“, betonte der Theologe, der auch dem Stiftungsrat angehört.

„Magische Anziehungskraft“

Bei dem Festakt wurde auch Geschäftsführer Norbert Kannowsky verabschiedet, der nach mehr als 20 Jahren zum Jahresende in den Ruhestand geht. Woidke erklärte, Kannowsky habe die Entwicklung des Stifts „mit großem Engagement, Weitblick und persönlichem Einsatz geprägt“. Kulturstaatssekretär Dünow betonte, ohne „seinen Fachverstand, seine Ideen, sein Herzblut, seine Geduld und Beharrlichkeit“ hätte Neuzelle als eines der größten Barockdenkmäler im nord- und ostdeutschen Raum weniger Strahlkraft, Glanz und „magische Anziehungskraft“.

Kannowsky sagte, das „Barockwunder Brandenburgs“ erstrahle nach umfangreichen Sanierungen in neuem Glanz, der klösterliche Barockgarten sei wieder erblüht. Sein Nachfolger Mario Quast soll die Geschäftsführung ab Januar übernehmen. Die Leistungen der Stiftung seien beeindruckend, erklärte er: „Das Kloster Neuzelle wirkt als kultureller und geistlicher Ort weit über die Region hinaus.“

Das Kloster Neuzelle wurde im 13. Jahrhundert gegründet und später im Barockstil umgebaut. Die Anlage nahe der Oder gehört zu den bedeutendsten Denkmälern in Brandenburg und ist auch für ihre europaweit einmaligen Passionsdarstellungen bekannt. Seit Anfang der 90er Jahre wurden mehr als 80 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln in die Anlage investiert.

Von Yvonne Jennerjahn (epd)