Im US-amerikanischen Los Angeles ist ein im Zweiten Weltkrieg verschollenes Bild aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wieder aufgetaucht. Das Werk von Otto Greiner (1869-1916) aus dem Jahr 1892 werde im Herbst feierlich in Dresden übergeben, teilten die SKD am Dienstag in Dresden mit. Zuvor ist die Zeichnung „Stehender männlicher Rückenakt“ in einer Ausstellung vom Getty Research Institute in Los Angeles zu sehen.
Unter dem Titel „Lost. Found. Returned“ widmet sich die Präsentation im Getty Center Fragen zu Provenienzforschung, Sammlungsverlusten und internationaler Zusammenarbeit. Zudem werde der Weg des Dresdner Bildes nachgezeichnet, hieß es.
Hinweis einer Privatperson
Ein Hinweis einer Privatperson aus dem vergangenen Jahr habe Wissenschaftlerinnen der SKD auf die Spur des vermissten Werks gebracht. Sie hätten es zweifelsfrei dem Kupferstich-Kabinett zuordnen und auch den Weg der Zeichnung von Dresden nach Los Angeles rekonstruieren können, hieß es.
Der 1869 in Leipzig geborene Maler und Grafiker Otto Greiner gilt als ein wichtiger Vertreter des Symbolismus. Die Geschichte der verlorenen Zeichnung begann laut den SKD 1892 in Rom, wo sich Greiner damals länger aufhielt. Zwei Jahre nach seiner Entstehung wurde das Werk für das Kupferstich-Kabinett gekauft, hieß es. Das Blatt ging in den Wirren des Zweiten Weltkrieges verloren.
Es tauchte schließlich 2001 kurz auf dem deutschen Kunstmarkt auf, ehe es ein Sammler aus Los Angeles 2005 in New York erwarb. 2016 kam es mit dessen Sammlung in das Getty Research Institute.