Für die 5. Sächsische Landesausstellung stehen in der Albrechtsburg in Meißen 34 Räume zur Verfügung. Bis zum Frühjahr 2027 solle das inhaltliche Konzept auf die räumlichen Gegebenheiten übertragen werden, sagte Matthias Kaluza vom Zwickauer Gestaltungsbüro Ö-Konzept am Dienstag im sächsischen Meißen. Es gelte, eine moderne Präsentation am historischen Ort zu integrieren. Kaluza und sein Team hatten sich in einem Auswahlverfahren durchgesetzt.
Die Landesausstellung 2029 nimmt 1.100 Jahre sächsische Geschichte in den Blick, will Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus neuen Perspektiven erzählen. 2029 jährt sich die Gründung der Burg Meißen zum 1100. Mal.
Wofür steht Sachsen?
Der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, Christian Striefler, sagte, es sei keine chronologische Geschichtsausstellung geplant. Im Zentrum stehe vielmehr die Frage, was das Besondere an Sachsen sei, was das Land ausmache und was als „sächsisch“ empfunden werde.
Der Dom neben der Albrechtsburg werde nicht in den Ausstellungsrundgang einbezogen, sagte Striefler. Geplant seien jedoch begleitende Veranstaltungen und Konzerte im Dom, der heute eine evangelische Kirche ist.
Eröffnung im April 2029
Die Landesausstellung ist für Frühjahr 2029 bis Frühjahr 2030 geplant. Eröffnet wird sie laut Striefler am 19. April 2029. Themen sind etwa Macht, Glaube, Kultur, Landschaften und Innovation.
Laut dem Projektleiter der Sächsischen Landesausstellung, Thomas Stein, sind 30 „Sachsen-Spuren“ herauskristallisiert worden. Eine davon sei die friedliche Revolution 1989, die in der Ausstellung aus der Sicht von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählt werden soll. Eine andere werde der Obst- und Weinbau in Sachsen sein.
König Heinrich I. ließ 929 auf einem Bergsporn über den Bach Meisa eine Burg errichten, den Vorgängerbau der heutigen Albrechtsburg. Meißen gilt als sächsischer Identifikationsort und bis heute als die „Wiege Sachsens“.
Ausmalungen in den Sälen
Ö-Konzept-Geschäftsführer Kaluza sagte, seine Firma werde jetzt erst einmal das Burggebäude komplett kennenlernen und danach die Themen den jeweiligen Räumen zuordnen. Für die Bewerbung hatte das Büro bereits die Große Hofstube, ein Festsaal mit umfangreichen Ausmalungen aus dem 19. Jahrhundert, für die Ausstellung szenografisch gestaltet.
Eine Herausforderung ist laut Projektleiter Stein, die historisch ausgemalten Räume und deren Wirkung mit den Inhalten der Ausstellung zu verschränken. Dies sei dem Zwickauer Büro im Auswahlverfahren am überzeugendsten gelungen, hieß es.
Die Leiterin der Albrechtsburg, Birgit Finger, sagte: „Die Landesausstellung ist eine große Chance für unser Haus.“ Sie wünsche sich, dass noch mehr junge Menschen und Familien auf die Albrechtsburg aufmerksam werden.
Sachsen hatte in Vorbereitung der Landesausstellung einen landesweiten Mitmach-Wettbewerb gestartet. Unter dem Titel „Zeig Dein Sachsen!“ werden kreative Projekte und Ideen rund um Geschichte, Identität und Tradition gesucht. Bewerbungen können noch bis zum Herbst eingereicht werden. Ausgewählte Projekte können mit einer Unterstützung von bis zu 5.000 Euro rechnen.