Museum hat Schädel aus Westafrika untersucht
Berlin (epd).

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat bislang rund ein Fünftel (1.700/22 Prozent) der insgesamt 7.700 menschlichen Schädel in ihrer Sammlung auf ihre Herkunft hin untersucht. Zuletzt seien vom Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin fast 600 Schädel aus den ehemaligen deutschen Kolonien Westafrikas untersucht worden, teilte die SPK am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung eines rund 500 Seiten umfassenden Forschungsberichtes mit.

Das Projekt startete demnach 2021 gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Togo und Kamerun. Die Ergebnisse böten die Grundlage für eine verantwortungsvolle Rückführung der menschlichen Überreste in die Herkunftsländer.

Weimer sprich von „Leuchturmprojekt“

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) sprach von einem „Leuchtturmprojekt“. „Die Provenienzforschung und die Rückführung menschlicher Überreste sind für mich zentrale Anliegen bei der Aufarbeitung des Kolonialismus“, sagte der SPK-Stiftungsratsvorsitzende.

Von den 574 untersuchten Schädeln konnten 336 Gebieten im heutigen Kamerun, 151 dem heutigen Togo, 23 dem heutigen Ghana und einer dem heutigen Nigeria zugeordnet werden. Bei 63 gelang keine genauere Zuordnung.

Ein wesentlicher Teil der Schädel stamme von Arbeitern, die beim deutschen Eisenbahnbau in Kamerun umgekommen sind, sowie von beraubten Begräbnisstätten und Schlachtfeldern. In Einzelfällen sei es zu Hinrichtungen durch Deutsche gekommen. Die untersuchten menschlichen Überreste gehören zu der historischen anthropologischen Sammlung von rund 7.700 Schädeln, die die SPK 2011 in schlechtem Zustand von der Charité übernommen hat.