Fasching in Ostdeutschland als Kulturerbe gewürdigt
Dresden (epd).

Der ostdeutsche Karneval ist in die sächsische Landesliste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Wie das Kulturministerium am Montag in Dresden mitteilte, würdigt die Entscheidung eine Tradition, die das gesellschaftliche Leben in Sachsen und anderen ostdeutschen Bundesländern seit Jahrhunderten prägt.

Die Bewerbung „Karneval, Fasching, Fastnacht in Ostdeutschland“ wurde den Angaben zufolge von den ostdeutschen Landesverbänden im Bund Deutscher Karneval erarbeitet. Thüringen habe die Tradition bereits ins eigene Landesverzeichnis aufgenommen und zudem für das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes nominiert.

Gemeinschaft, Kreativität und kulturelle Identität

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) erklärte, der ostdeutsche Karneval sei weit mehr als Brauchtum. Er stehe für Gemeinschaft, Kreativität und kulturelle Identität. Die Kulturform sei über Generationen bewahrt und weiterentwickelt worden.

Die Wurzeln der ostdeutschen Faschingstradition reichen bis ins Mittelalter zurück. Als frühes Zeugnis gilt der 1391 erwähnte „Unweise Rat“ in Königsee (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt). Heute engagieren sich nach Verbandsangaben rund 95.000 Menschen in etwa 930 Vereinen in den ostdeutschen Ländern. Zum Brauchtum gehören Büttenreden, Tanz, Musik, Umzüge und Rathausstürme.

Der Präsident des Verbandes Sächsischer Carneval, Jörg Weiser, sprach von einem wichtigen Schritt für die Anerkennung des Karnevals als Kulturform. Die Vereine entwickelten die Tradition zugleich weiter, etwa durch digitale Angebote, Nachwuchsarbeit und Kooperationen mit Schulen und Kultureinrichtungen.