Dresdner Weber-Museum wird saniert
Dresden (epd).

Das Dresdner Carl-Maria-von-Weber-Museum soll bis 2030 grundlegend saniert und modernisiert werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 4,2 Millionen Euro, wie die Stadtverwaltung Dresden am Donnerstag mitteilte. Im November beginne der erste Bauabschnitt mit der Instandsetzung des historischen Dachstuhls.

Dafür hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 70.000 Euro bereitgestellt. Die Spende wurde am Donnerstag in Dresden übergeben. Gemeinsam mit rund 72.000 Euro städtischen Eigenmitteln sei damit die Finanzierung des ersten Bauabschnitts gesichert, hieß es. Die Arbeiten sollen im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein.

Danach erfolge die weitere Sanierung des denkmalgeschützten Hauses in Dresden-Hosterwitz. Auch eine neue Dauerausstellung zu Leben und Werk des Komponisten Carl Maria von Weber (1786-1826) soll entstehen. Die Arbeiten an dem bereits seit 2024 geschlossenen Museum waren wegen fehlender finanzieller Mittel immer wieder verschoben worden. Zuletzt war die Eröffnung des Hauses für 2028 angekündigt worden.

Sommerdomizil des „Freischütz“-Komponisten

Das ehemalige Winzerhaus war im 17. Jahrhundert als schlichtes Fachwerkhaus errichtet und im 18. Jahrhundert erweitert worden. Es diente Weber und seiner Familie einst als Sommerdomizil. Vor dort aus unternahm der Komponist auch Wanderungen in die nähere Umgebung bis ins Elbsandsteingebirge. Seit 1957 wird das Haus als Museum genutzt.

Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) erklärte: „Mit der Sanierung des Carl-Maria-von-Weber-Museums bewahren wir ein herausragendes Zeugnis der Musik- und Kulturgeschichte.“ Die Impulse, die von Weber für die Entwicklung der Orchester und Opernhäuser in Europa ausgingen, werden laut Klepsch „in diesem musealen Kleinod und authentischen Ort erlebbar gemacht“.

Weber kam 1817 nach Dresden, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1826 sächsischer Hofkapellmeister und Direktor der Deutschen Oper am Dresdner Hoftheater war. Mit ihm wurde die Elbestadt zu einem musikalischen Zentrum der deutschen Romantik. Bekannt wurde der Komponist vor allem mit seiner Oper „Der Freischütz“, die hauptsächlich in Dresden entstand und 1821 in Berlin uraufgeführt wurde. In diesem Jahr wird an den 200. Todestag Webers erinnert.

Erhebliche Schäden an der Bausubstanz

Das Dresdner Weber-Museum musste schließen, da laut Angaben der Stadtverwaltung die Standsicherheit des 1665 errichteten Gebäudes nicht mehr gewährleistet war. Im Zuge umfangreicher Untersuchungen der historischen Bausubstanz seien „erhebliche Schäden an den tragenden Bauteilen des Gebäudes festgestellt worden“, hieß es. Betroffen seien insbesondere das Fachwerk im Obergeschoss, die Holzbalkendecken und der Dachstuhl.

Zudem entspreche die technische Gebäudeausrüstung nicht mehr den heutigen Anforderungen an Sicherheit, Brandschutz und Museumsbetrieb, hieß es. Während der umfangreichen Sanierung sollen auch die Fassaden gestrichen sowie Fenster und Türen aufgearbeitet werden. Die gesamte Haustechnik werde modernisiert, hieß es. Zudem soll Barrierefreiheit geschaffen werden.

Von Katharina Rögner (epd)