Der ukrainische Schriftsteller und Übersetzer Juri Andruchowytsch erhält den Internationalen Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz. Damit werde Werk und Wirken des 65-jährigen Autors gewürdigt, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag in Chemnitz mit. Andruchowytsch sei eine der „wichtigsten literarischen und intellektuellen Stimmen der Ukraine“. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung werde ihm am 18. April in Chemnitz übergeben.
Bekannt wurde der 1960 im westukrainischen Iwano-Frankiwsk geborene Andruchowytsch zunächst mit der 1985 gegründeten Performancegruppe Bu-Ba-Bu (Burlesk-Balagan-Buffonada). In experimentell-satirischen Gedichten übte die Gruppe Kritik am real existierenden Sozialismus in der damaligen Sowjetunion und habe „nachhaltigen Einfluss auf die ukrainische Literaturszene“ genommen, hieß es.
Vorliebe für Satire
Nach Erscheinen seiner Gedichtbände 1991 und 1997 widmet Andruchowytsch heute sein Schaffen überwiegend der erzählenden Prosa und publizistischen Essayistik. In seinen Romanen bleibe er der „Vorliebe für das Vielschichtige, Schelmisch-satirische und zuweilen Grotesk-karnevaleske treu“, hieß es. Andruchowytsch gilt als eine der wichtigsten kulturellen und intellektuellen Stimmen seines Landes.
Der nach dem Schriftsteller und gebürtigen Chemnitzer, Stefan Heym (1913-2001), benannte Preis wird an zeitkritische und couragierte Persönlichkeiten vergeben. Zuletzt erhielt die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck die Auszeichnung.