Bibliotheken geben Bücher von Marc Bloch zurück
Berlin (epd).

Bücher aus der Sammlung des französischen Historikers Marc Bloch (1886-1944) sind am Donnerstag von mehreren deutschen Bibliotheken an die Familie Blochs zurückgegeben worden. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erklärte bei einem Festakt in der französischen Botschaft in Berlin, die Rückgabe der sieben Bücher sei „eine wichtige Geste der Anerkennung des historischen Unrechts, die wir den Opfern des NS-Kulturgutraubs und ihren Familien schulden“.

Die Bände aus dem Eigentum Marc Blochs und dessen Ehefrau Simonne Vidals (1894-1944) konnten aufgrund enthaltener Besitzeinträge und eines Exlibris zugeordnet werden, hieß es. Vier Bücher stammten aus der Staatsbibliothek zu Berlin, zwei Bände aus der Frankfurter Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg und ein Exemplar aus der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz.

Umfangreiche Bibliothek beschlagnahmt

Bloch durfte den Angaben zufolge wegen seiner jüdischen Abstammung während der deutschen Besatzung Frankreichs nicht mehr an der Universität unterrichten. 1943 schloss er sich dem Widerstand an. 1944 wurde er verhaftet und am 16. Juni desselben Jahres von der Gestapo erschossen. Blochs knapp 7.000 Bände umfassende Bibliothek wurde 1941 den Angaben zufolge von den deutschen Besatzern in Paris beschlagnahmt. Auf welchen Wegen die Bücher in die deutschen Bibliotheken gelangten, ist noch nicht vollständig geklärt, hieß es weiter.