Barberini-Museum präsentiert Paul Signac
Potsdam (epd).

Harmonie aus blauen, roten, gelben Punkten, grünen, violetten und orangen Farbflecken: Das Barberini-Museum in Potsdam stellt in seiner neuen Ausstellung den französischen Künstler Paul Signac (1863-1935) vor. Unter dem Titel „Symphonie der Farben“ würden knapp 100 Werke von 18 Künstlerinnen und Künstlern des Neoimpressionismus gezeigt, hieß es am Donnerstag bei der Präsentation in Potsdam. Mehr als ein Drittel davon stamme von Signac. Die Ausstellung wird am Freitagabend eröffnet und läuft bis zum 11. Oktober.

Nach Museumsangaben ist sie die erste umfassende Signac-Ausstellung in Deutschland seit rund 30 Jahren. Direktorin Ortrud Westheider betonte, die Verbindung von wissenschaftlicher Präzision und sinnlicher Farbwirkung mache den Neoimpressionismus bis heute einzigartig. Präsentiert werde ein „Feuerwerk der Farben“. Kuratorin Nerina Santorius sagte, auf die gebräuchliche Stilbezeichnung Pointilismus sei verzichtet worden, weil Signac selbst den Begriff abgelehnt habe.

Leuchtkraft und Harmonie

In der Ausstellung werde die zentrale Rolle des Künstlers innerhalb der Bewegung des Neoimpressionismus beleuchtet und zugleich seinem Einfluss als Theoretiker, Netzwerker und Ausstellungsorganisator nachgegangen, hieß es. Signac habe Mitte der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts mit Georges Seurat (1859-1891) eine neue Malweise in die Kunst eingeführt. Ziel sei gewesen, den höchsten Grad an Leuchtkraft und Harmonie zu erreichen. Auch Signacs Sympathien für den Anarchismus als Zukunftsvision einer in Harmonie lebenden Gesellschaft hätten in seinen Kunstwerken Ausdruck gefunden.

Die Ausstellung präsentiere das Schaffen des Künstlers von frühen Uferlandschaften über Interieur- und Porträtmalerei bis hin zu „sozialutopisch aufgeladenen Bildern der Cote d'Azur“, hieß es. Gezeigt werden Landschaften, darunter Signacs „Mühle von Edam“ von 1896 und „Der Hafen bei Sonnenuntergang“ in Saint Tropez von 1892, aber auch Darstellungen von Menschen und Porträts. Eines dieser Gemälde, „Paul Signac am Steuer der Olympia“, zeigt den Künstler auf einem Segelboot, gemalt 1898 von Théo van Rysselberghe (1862-1926).

Zerlegung der Farben

Die Neoimpressionisten hätten mit dem Nebeneinander unvermischter Farben eine Wirkung ihrer Bilder angestrebt, die an pures Licht erinnern sollte, hieß es. Die Landschaftsmotive ähnelten jenen ihrer impressionistischen Vorbilder. Sie hätten jedoch deren „duftige Atmosphäre und spontane Malerei“ durch seriell aufgetragene Pinseltupfen ersetzt. Diese Zerlegung der Farben, die sich nicht mehr auf der Palette, sondern im Auge der Betrachtenden mischen sollten, sei auch von neuen Erkenntnissen der Optik und Wahrnehmungsphysiologie inspiriert gewesen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Kunsthal Rotterdam in den Niederlanden und wird dort vom 24. Oktober bis zum 28. Februar gezeigt. Leihgeber sind unter anderem das Van Gogh Museum in Amsterdam, die Finnische Nationalgalerie in Helsinki, das Metropolitan Museum of Art in New York und das Musée d‘Orsay in Paris. Auch verschiedene Werke aus der Sammlung Hasso Plattner werden gezeigt. Das von Plattner gestiftete Barberini-Museum wird 2027 zehn Jahre alt.

Von Yvonne Jennerjahn (epd)