Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zeigt ab Freitag eine Sonderausstellung zur sogenannten Schamanin von Bad Dürrenberg. Die Schau widme sich einer rund 9.000 Jahre alten Bestattung aus der Mittelsteinzeit, die zu den bedeutendsten archäologischen Funden Mitteleuropas zähle, erklärte Museumsdirektor Harald Meller am Mittwoch in Halle (Saale).
Im Mittelpunkt steht den Angaben zufolge das Grab einer etwa 30- bis 40-jährigen Frau, die gemeinsam mit einem Säugling bestattet wurde. Forschungen der vergangenen Jahre legten nahe, dass es sich bei der Toten um eine spirituelle Anführerin ihrer Gemeinschaft gehandelt haben könnte. Neue genetische Analysen haben zudem Hinweise auf weitere Individuen im Grab ergeben, die mit der Bestatteten verwandt sind.
Längst ein Publikumsmagnet
Die bis 1. November zu sehende Ausstellung präsentiert etwa 190 Exponate aus zahlreichen europäischen Museen und Forschungseinrichtungen. Sie beleuchtet sowohl die Lebenswelt der Mittelsteinzeit als auch frühe Glaubensvorstellungen wie den Animismus und Formen des Schamanismus. Ziel ist es, Einblicke in religiöse Praktiken, soziale Strukturen und den Umgang der Menschen mit Natur und Umwelt in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen zu geben.
Museumsdirektor Meller bezeichnete die Sonderausstellung als die größte Schau zum archäologischen Nachweis von Schamanismus in den vergangenen Jahrzehnten. Der bereits 1934 gemachte Fund der Schamanin habe sich in den vergangenen Jahren zu einem Publikumsmagneten entwickelt und stehe im Interesse der Besucher inzwischen auf einer Stufe mit der Himmelscheibe von Nebra.