Zeitz erinnert an Selbstverbrennung von Oskar Brüsewitz vor 50 Jahren
Zeitz (epd).

Mit einer Gedenkwoche würdigt die Stadt Zeitz im August das Leben und Wirken von Oskar Brüsewitz (1929-1976). In Erinnerung an die Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers vor 50 Jahren gebe es zudem bis zum 20. September eine Sonderausstellung „... gegen das Vergessen“ im Museum Schloss Moritzburg, teilte ein Stadtsprecher mit. Geplant ist unter anderem am 18. August eine Kranzniederlegung vor der Michaeliskirche. Dazu wird auch der mitteldeutsche Landesbischof Friedrich Kramer erwartet.

Oskar Brüsewitz hatte am 18. August 1976 vor der Zeitzer Stadtkirche zwei Plakate auf das Dach seines Autos gestellt. Damit protestierte er gegen die Kirchen- und Bildungspolitik des SED-Regimes. Im Anschluss übergoss sich der Pfarrer mit Benzin und zündete sich selbst an. Vier Tage später erlag Brüsewitz seinen Verletzungen. Die DDR versuchte, die Selbstverbrennung als Tat eines krankhaft veranlagten Menschen hinzustellen.

Filmvorführung mit Regisseur Frickel

Am 18. August ist zudem im Brühl-Cinema in Zeitz eine Vorführung des Dokumentarfilms „Der Störenfried“ über Oskar Brüsewitz zu sehen. Der Film lasse Bewohner von Zeitz und Rippicha zu Wort kommen, hieß es. Im Anschluss ist ein Gespräch mit Regisseur Thomas Frickel sowie Christian Fuhrmann geplant, der sich wissenschaftlich mit dem Fall Brüsewitz beschäftigt hatte.

Die Gedenkwoche soll am 23. August mit einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Rippicha ausklingen. Dort hatte Oskar Brüsewitz seine Wirkungsstätte. Auf dem dortigen Friedhof wurde er 1976 unter großem Geleit von Kirchenvertretern und Freunden beigesetzt.