Die Porzellankirche auf der Leuchtenburg bei Jena feiert am Donnerstag den zehnten Jahrestag ihrer ökumenischen Weihe. Inzwischen sei die Kirche eine der Hauptattraktionen der Burg, sagte Museumsdirektorin Ulrike Kaiser dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Nicht nur Gläubige aus der Region kämen zu Gottesdiensten in die Kapelle oder ließen sich dort trauen, sagte Kaiser. Kürzlich habe erstmals auch eine Trauerfeier für einen Verstorbenen stattgefunden. Manche Kirchgemeinden brächten zudem ihre eigenen Pfarrer mit, um Gottesdienste auf der Burg zu feiern. Hinzu kämen Besucher, die sich für Architektur und Design interessierten.
Raumhoher Vorhang aus Porzellanlamellen
Die historische Burgkapelle wurde 2016 nach Entwürfen des Architekten Michael J. Brown neu gestaltet. Ein raumhoher Vorhang aus Porzellanlamellen prägt seither den Innenraum. Die Lamellen filtern das Licht und gliedern den Raum vertikal. Zugleich verbessert die Anordnung die Akustik und setzt einen bewussten Kontrast zur historischen Bausubstanz. Die Gestaltung wurde unter anderem mit dem Thüringer Staatspreis für Architektur ausgezeichnet.
Ausbauen will die Stiftung Leuchtenburg laut Kaiser künftig auch die Erinnerung an prägende Persönlichkeiten aus der Region. In der Kapelle sollen Gedenktafeln angebracht werden. Vorgesehen seien unter anderem Tafeln für den langjährigen CDU-Landtagsabgeordneten Wolfgang Fiedler (1951-2025), der sich für die Stiftung engagierte und den früheren Strafanstaltsdirektor Jürgen Adolph Elvers. Dieser habe die Strafanstalt auf der Leuchtenburg zwischen 1854 und 1871 auf anerkannt humane Weise geleitet.