Weltflüchtlingstag: 24 Stunden Gedenken an Fluchtopfer
Berlin (epd).

In der Berliner Passionskirche soll von Freitag bis Samstag 24 Stunden lang an Menschen erinnert werden, die auf der Flucht gestorben sind. Bei der Aktion „Beim Namen nennen“ werden anlässlich des Weltflüchtlingstages am Samstag über 72.000 Schicksale verlesen, wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Dienstag ankündigte. Grundlage sei die Liste des Netzwerkes „United for Intercultural Action“, die seit 1993 Todesfälle von Menschen auf der Flucht dokumentiert.

Die Gedenkaktion beginnt am Freitagabend mit Musik und Einleitungsworten. Danach werde der Berliner Bischof und Flüchtlingsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christian Stäblein, das Verlesen der Namen und Todesumstände einläuten. Währenddessen sei unter anderem geplant, die Namen der Toten, soweit sie bekannt seien, auf Stoffstreifen zuschreiben, die im Anschluss an langen Bändern vor der Kirche ausgehangen werden sollen. „Beim Namen nennen“ findet auch in weiteren deutschen Städten und in der Schweiz statt.

Aktives Gedenken, Gebet und Handeln

Den Abschluss bildet am Samstag ein politisches Abendgebet. Unter der Überschrift „hinschauen-beten-handeln“ werde an Opfer von Fluchtbewegungen auf der ganzen Welt erinnert, speziell an den Grenzen Europas. Besucherinnen und Besucher seien zum aktiven Gedenken, zum Gebet und zum Handeln eingeladen.

„Indem wir die Namen und die Geschichten derjenigen vortragen, die auf der Flucht ihr Leben verloren haben, erinnern und würdigen wir sie“, erklärte Stäblein. Diese sei ein Zeichen gegen das Vergessen.