Angesichts der geplanten Fusion der Landesämter für Denkmalpflege und Archäologie in Sachsen befürchten die Kirchen einen deutlichen Verlust an Expertise und Fachkompetenz. Gerade die Pflege kirchlicher Baudenkmale mit ihren architektonischen Besonderheiten und speziellen Ausstattungen wie etwa Orgeln und Glocken benötige aber ganz spezielle Kenntnisse und ein hohes Maß an Fachlichkeit, erklärten die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und das Bistum Dresden-Meißen am Donnerstag in Dresden.
Zugleich sei „ein Verständnis für die liturgischen und gottesdienstlichen Belange unabdingbar“. Um einer Verantwortung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gerecht zu werden, bedarf es nach Ansicht der Kirchen einer grundsätzlichen „Beständigkeit bewährter Verwaltungsstrukturen und einer fachlichen Unabhängigkeit der beiden Landesämter“.
Kirchen prägen Ortsbilder
Sachsen hat laut Behördenangaben mehr als 100.000 Baudenkmale und rund 13.000 archäologische Bodendenkmale. Darunter seien zahlreiche Kirchen und Kapellen, die teilweise seit Jahrhunderten als Wahrzeichen Ortsbilder und die Kulturlandschaft Sachsens prägten, hieß es. Kirchengebäude seien „nicht nur Denkmale, sondern auch unübersehbare Zeichen lebendigen christlichen Glaubens“.
Das Landesamt für Archäologie und das Landesamt für Denkmalpflege sollen mit der Fusion bis Ende 2028 in die Landesdirektion Sachsen eingegliedert werden. Auch eine Novellierung des Denkmalschutzgesetzes ist beabsichtigt. Expertinnen und Experten sowie Fachverbände sehen das Vorhaben kritisch.