Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens kommt am Freitag in Dresden zu einer Sondertagung zusammen. Die 80 Mitglieder wollen auf einer zweitägigen Klausur unter anderem zu notwendigen Strukturreformen beraten, wie die Landeskirche am Donnerstag in Dresden mitteilte. Dazu hatte eine innerkirchliche Arbeitsgruppe ein Papier mit rund 20 konkreten Ideen vorgelegt.
Angesichts seit Jahren sinkender Mitgliederzahlen und fehlender Finanzressourcen muss die Landeskirche sparen. Die Arbeitsgruppe schlägt vor allem eine Vereinfachung kirchlicher Strukturen vor. Unter anderem soll es sachsenweit weniger Kirchenbezirke geben, derzeit sind es 16. Verwaltungsaufgaben sollen zentralisiert werden - nicht zuletzt, um das Pfarrpersonal vor Ort zu entlasten.
Aufarbeitung sexualisierter Gewalt
Ein weiteres Thema der zweitägigen Sitzung ist die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Landeskirche. Die Synode will zu den sogenannten Anerkennungsleistungen für Betroffene sexuellen Missbrauchs debattieren, die innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) einheitlich geregelt werden sollen. Erklärtes Ziel der EKD ist, dass in allen evangelischen Landeskirchen vergleichbare Regelungen gelten.
Mit der Tagung endet die sechsjährige Legislatur der aktuellen Landessynode. Am Sonntag finden in den sächsischen Kirchgemeinden Wahlen für das nachfolgende Kirchenparlament statt. Es wird sich im Juni konstituieren.
Zur sächsischen Landeskirche gehören derzeit rund 575.000 Mitglieder in mehr als 330 Kirchgemeinden und Kirchspielen.