Im katholischen Bistum Dresden-Meißen hat sich eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs konstituiert. Wie das Bistum am Donnerstag in Dresden mitteilte, soll das Gremium Fälle sexualisierter Gewalt in der sächsisch-thüringischen Diözese untersuchen. Ziel sei es auch, Empfehlungen für notwendige Konsequenzen zu formulieren.
Die beiden Plätze zur Mitarbeit von Betroffenen sind allerdings noch frei. Bislang sei es nicht gelungen, eine Vertreterin oder einen Vertreter für die Kommission zu gewinnen. Die Erfahrungen und Perspektiven Betroffener seien jedoch „für eine glaubwürdige und umfassende Aufarbeitung unverzichtbar“, hieß es. Das Bistum werde sich weiterhin um eine Beteiligung bemühen. In der Diözese sind bisher 67 Missbrauchsfälle bekannt.
Fünf Mitglieder stehen fest
Es ist bereits der zweite Versuch, ein Aufarbeitungsgremium mit sächsischer Beteiligung zu installieren. Zuvor war die 2023 eingerichtete überregionale Kommission des Erzbistums Berlin, der Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz sowie der Katholischen Militärseelsorge gescheitert. Sie wurde im Juni 2025 nach dem Rücktritt mehrerer Mitglieder aufgelöst.
Der neuen Kommission auf regionaler Ebene gehören laut dem Bistum Dresden-Meißen derzeit fünf Mitglieder an, die in keinem kirchlichen Beschäftigungsverhältnis stehen. Unter ihnen sind die Chemnitzer Psychologin Maren Gräfin zu Castell, der Dresdner Psychologe Mathias Mohr und die Dresdner Verwaltungsfachwirtin Sigrun Pohl. Außerdem gehören dem Gremium der Leipziger Psychiatrieprofessor Peter Schönknecht und die Bautzener Juristin Sophie Stolberg-Stolberg an.