Kirche fordert Schutz und Ausgestaltung der Demokratie
Magdeburg (epd).

Nach Einschätzung der Kirchen steht die Demokratie heute auch in Sachsen-Anhalt unter Druck. Das sagte die Regionalbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friederike Spengler, am Dienstag im Landtag in Magdeburg. Im Gespräch mit Landtagspräsident Gunnar Schellenberger (CDU) sagte die Theologin, dass die Demokratie „aktiv gelebt, ausgestaltet und fortentwickelt werden“ müsse. Gebraucht würden „Haltung, Bildung, Wahrhaftigkeit, Ideen - vor allem aber Demokratinnen und Demokraten, die sie leben“, sagte Spengler.

Spengler übergab dem Landtag die 70-seitige Stellungnahme „Gut begründet“ zur Demokratie im Vorfeld der Landtagswahlen im Bundesland. „Demokratie braucht die Beteiligung der Menschen, für die Politik gemacht wird: also, allen, die mit uns hier wohnen“, sagte Spengler. Jedoch seien „extremistische Haltungen, die dem und der anderen den Respekt prinzipiell verweigern, mit demokratischer Haltung nicht vereinbar“, heißt es in dem Grundsatzpapier.

Demokratie braucht Respekt, Freiheit und Würde

Der Text werbe für eine aktive demokratische Kultur, die auf Respekt, Engagement und Vertrauen basiert, hieß es. Abgeleitet aus der vom Reformator Martin Luther formulierten „Freiheit eines Christenmenschen“ sagte Spengler: Wer die grundgesetzlich garantierte Freiheit selbst genießt, sollte sie als Freiheit zu verantwortlichem Handeln nutzen. Das meine auch das Grundgesetz mit dem Schutz der Würde aller Menschen. Extremistische Positionen und Ausgrenzungen seien mit einem christlichen Wertekanon nicht vereinbar.