Halberstädter Dom und Domschatz mit Rekordjahr
Halberstadt (epd).

Mit mehr als 100.000 (100.157) Besucherinnen und Besuchern verzeichnete der Halberstädter Dom im zurückliegenden Jahr ein Rekordergebnis. Die Besucherzahl sei somit innerhalb eines Jahres um mehr als 10.000 gestiegen, sagte Museumsdirektorin Uta-Christiane Bergemann in Halberstadt dem Evangelischen Pressedienst (epd). Damit festigte der gotische Kathedralbau (1236-1491) am Harzrand seine Position als eines der besucherstärksten Kirchenbauwerke Mitteldeutschlands.

Auch im Halberstädter Domschatz kletterten die Besucherzahlen binnen Jahresfrist von unter 30.000 auf mehr als 37.000 (37.422), so die Museumsdirektorin. So sei 2025 „überaus erfolgreich“ gewesen. Verglichen mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 hat sich die Besucherzahl in dem Museum kirchlicher Kunst nahezu verdoppelt. Vor sieben Jahren zählte der Domschatz noch weniger als 22.000 Besucherinnen und Besucher im ganzen Jahr. Für 2026 wünscht sich Bergemann, „dass der positive Trend anhält“.

Sonderausstellungen brachten mehr Besucher

Viel beachtet war laut der Museumsdirektorin die Sonderausstellung „Stunde 0 - nach dem Sturm“ zum 80. Jahrestag des Kriegsendes im Kreuzgang. Sie lockte von Mai bis Oktober allein knapp 20.000 Besucher in den Domschatz.

Darin zu sehen waren unter anderem historische Fotos des Bauwerks aus dem Jahr 1945. Einige der historischen Fotos des von Bombentreffern stark beschädigten Domes wurden laut Bergeman zum ersten Mal gezeigt. Ihnen standen in der Ausstellung Steinskulpturen des in Halberstadt lebenden Bildhauers Daniel Priese gegenüber.

Der Höhepunkt des zurückliegenden Museumsjahres war für Bergemann und ihr Team den Angaben zufolge im November die lang erwartete Präsentation des Katalogs des kompletten Halberstädter Textilbestandes. Der Bestand an historischen Bischofs- und Priestergewändern sowie weiteren mittelalterlichen Textilien sei der eigentliche Schatz des Hauses, sagte Bergemann. Der fünfbändige Katalog mit mehr als 2.200 Seiten entstand in fast 15-jähriger Zusammenarbeit mit der schweizerischen Abegg-Stiftung, dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt.

Ausblick 2026

Unter dem Motto „Stoffe des Glaubens - Das Textiljahr im Domschatz“ stellen Dom und das Domschatz-Museum ihre bedeutenden Textilschätze auch 2026 ins Zentrum von Ausstellungen, Vorträgen und Führungen. So ist von Mai bis Oktober in Kooperation mit dem Vogelkundemuseum Heineanum Halberstadt die Sonderausstellung „Stoffe mittelalterlicher Vogelweiten“ zu sehen.

Aber auch mit anderen Angeboten sollen laut Museumsdirektorin Bergemann traditionelle Besuchergruppen gepflegt und neue erschlossen werden. Dazu gehören die Partnerschaft mit den Domfestspielen und die alle zwei Jahre stattfindende Nacht der Kirchen, die neue, ungewohnte Einblicke in die Schätze des Dommuseums für Harz-Urlauber und kulturinteressierte Gäste bietet. Zudem sind Dom und Domschatz neue Partner des bis Halberstadt erweiterten Harzer Klosterwanderwegs.

Von Thomas Nawrath (epd)