Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, hat die inspirierende Kraft der Texte des Liederdichters und Theologen Paul Gerhardt (1607-1676) gewürdigt. Der vor 350 Jahren gestorbene „Dichterfürst“ könne als „Popstar“ und „Liedermacher der Herzen“ bezeichnet werden, sagte Stäblein am Sonntag in einem RBB-Rundfunkgottesdienst in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben (Kreis Dahme-Spreewald).
Paul Gerhardt gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Kirchenlieddichter. Er starb am 27. Mai 1676 in Lübben. Vor der evangelischen Kirche steht seit 1907 ein Denkmal, das Paul Gerhardt in Lebensgröße zeigen soll. Bis heute finden sich zahlreiche seiner Lieder im evangelischen wie katholischen Gesangbuch.
„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“
Stäblein predigte über das Lied „Ist Gott für mich“. Der Gottesdienst wurde live auf RBB radio3 übertragen. Zu den bekannten Liedern Gerhardts gehören auch „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, „Nun ruhen alle Wälder“ oder „Befiehl du deine Wege“. Er dichtete insgesamt 140 deutsche und einige lateinische Lieder.
Geboren wurde Gerhardt 1607 in Gräfenhainichen bei Wittenberg. Er durchlebte ein Jahrhundert, geprägt vom Dreißigjährigen Krieg, von Pest und Konfessionsstreit. Mit zwölf Jahren verliert er seinen Vater, mit 14 Jahren die Mutter. Vier seiner fünf Kinder sterben innerhalb der ersten zwei Lebensjahre. Kurz vor seinem 60. Geburtstag verzichtet er im Konfessionsstreit mit dem Kurfürsten in Berlin auf seine Pfarrstelle an der Nikolaikirche. 1668 wird er nach Lübben berufen.