Der Berliner Bischof Christian Stäblein hat einen mutmaßlichen Angriff auf die Wohnung eines Cottbuser Pfarrers verurteilt. Stäblein sei „schwer schockiert“ von den Einschüchterungsversuchen und der Gewalt, teilte er am Montag mit. „Gegen rechtsextremistische Parolen von Angst und Menschenfeindlichkeit setzen wir als Kirche das klare Eintreten für die Würde aller Menschen“, teilte Stäblein mit.
Der Pfarrer setze sich „stark und leidenschaftlich“ für „die Rechte der Menschen in Brandenburg und für die Liebe Gottes, die allen gilt“ ein, hieß es weiter. Gewalt gegen den Pfarrer und gegen Menschen, die zu ihm gehörten, sowie Einschüchterungsversuche oder Drohungen trete Stäblein „entschieden entgegen“.
Staatsschutz hat Ermittlungen übernommen
Am vergangenen Freitag hatte zuerst die Beratungsstelle „Opferperspektive“ zusammen mit der Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“ über einen Einschüchterungsversuch berichtet. Der Wohnraum eines Sprechers der Initiative sei attackiert worden. Der Sprecher der Initiative ist gleichzeitig Pfarrer.
Demnach hätten zwei Personen die Haustür aufgetreten, seien „mehrere Stockwerke zur Wohnung vorgedrungen“ und hätten „vor der Haustür randaliert“, hieß es. Zudem seien „mehrere rechte Aufkleber“ auf dem Briefkasten des Pfarrers hinterlassen worden.
Die Polizei bestätigte Ermittlungen wegen illegaler Plakatierung und Hausfriedensbruch. Der Fall werde ernst genommen und der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, sagte ein Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag.