Zehn Millionen Euro zusätzlich für Gedenkstätten geplant
Berlin (epd).

Den Gedenkstätten zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur sollen im kommenden Jahr zusätzliche zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen. Davon sollen fünf Millionen Euro auf Projektförderungen entfallen, die anderen fünf Millionen Euro auf die institutionelle Stärkung der vom Bund geförderten Gedenkstätten, teilte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) am Montag in Berlin mit. Damit werde die beschlossene Gedenkstättenkonzeption umgesetzt, hieß es. Der Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2027 stehe jedoch noch unter Vorbehalt.

Die Gedenkstätten könnten voraussichtlich ab September Anträge auf die Projektförderungen stellen. Gefördert werden demnach Projekte zum Erhalt der historischen Orte, zur Digitalisierung und digitalen Lebenswelt sowie zur Vermittlung und anwendungsbezogenen Forschung.

„Gedächtnisstützen unserer Gesellschaft“

Mit den Geldern zur institutionellen Stärkung sollen gestiegene Personalausgaben und zunehmende Bewachungskosten ausgeglichen werden. Davon profitieren sollen unter anderem die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora (842.000 Euro), die Stiftung Bayerische Gedenkstätten für die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg (497.000 Euro), die Berliner Gedenkstätte Topographie des Terrors (447.000 Euro) sowie die Stiftung Sächsische Gedenkstätten (222.000 Euro).

Die Gedenkstätten stünden vor wachsenden Herausforderungen, hieß es: Neben Generationenwechsel und dem digitalen Wandel komme es auch vermehrt zu Angriffen. Weimer erklärte, Angriffe auf die „Gedächtnisstützen unserer Gesellschaft“ seien „Angriffe auf die Grundlagen unserer Demokratie“.