Zahlreiche rechte Vorfälle an Thüringer Schulen
Erfurt (epd).

An Thüringer Schulen sind im vergangenen Schuljahr 2025/2026 insgesamt 149 rechtsextreme, rassistische oder antisemitische Vorfälle registriert worden. Betroffen waren alle Schulformen und Altersstufen, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten schriftlichen Antwort von Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) auf eine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss hervorgeht. Das Niveau sei gleichbleibend hoch, erklärte die Abgeordnete, ohne Vergleichzahlen vorangegangener Schuljahre anzuführen.

König-Preuss betonte, zur Bekämpfung von Rechtsextremismus an Schulen seien „umfassendere und nachhaltigere Maßnahmen notwendig“. Mit Blick auf Pläne in der Thüringer Landesregierung sagte sie, anstatt eine sogenannte Verfassungsviertelstunde einzuführen oder eine Verschärfung des Jugendstrafrechts zu propagieren, seien politische Bildung, die dauerhafte Finanzierung des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit sowie Schutzkonzepte für Betroffene nötig. Auch das aktuelle Jugendstrafrecht erlaube bereits mehrjährige Haftstrafen, „wenn extrem rechte Handlungen und Ideologie ernst genommen werden“, sagte sie.

Eisenach und Weimar an der Spitze

Laut König-Preuss wurden im vergangenen Schuljahr 14 Vorfälle aus Grundschulen gemeldet. Dies zeige, dass extrem rechte Handlungen schon im Kindesalter anfangen. Auffällig sei die Häufung von 60 Vorfällen in Regelschulen. In Gymnasien wurden demnach 20 Vorfälle und in Gemeinschaftsschulen 17 Vorfälle registriert. Vorkommnisse gab es in ganz Thüringen. Die meisten wurden an Schulen in Eisenach (17) und Weimar (11) festgestellt.